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Stundenlange Suche : Frau löst mit vorgetäuschter Entführung Großeinsatz aus

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Stundenlang suchte die Polizei nach der vermeintlich Entführten. (Symbolbild) Bild: dpa

Eine Frau aus Niedersachsen meldet sich am Samstagabend beim Notruf: Ihr ehemaliger Freund habe sie entführt, sie wisse nicht, wo sie ist. Nach stundenlanger Suche finden die Beamten sie wohlauf bei anderem Mann.

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          Mit einer vorgetäuschten Entführung hat eine 51 Jahre alte Frau aus dem niedersächsischen Hameln die Polizei in Atem gehalten. Sie habe sich am Samstagabend bei der Feuerwehr gemeldet und berichtet, sie sei vermutlich von ihrem früheren Lebensgefährten in einem Keller eingesperrt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die Feuerwehr gab den Fall an die Polizei weiter, die eine stundenlange Suchaktion begann.

          Einem Beamten sagte die Frau am Telefon, sie sei von ihrem Ex-Partner vermutlich betäubt und dann an einen ihr unbekannten Ort verschleppt worden. Sie gab außerdem an, ihr Handy-Akku sei beinahe leer. Daher wurde das Gespräch zunächst beendet. Die ersten Ermittlungen führten die Einsatzkräfte zu dem 40 Jahre alten ehemaligen Lebensgefährten der Frau. Sie suchten den Mann in seiner Wohnung auf.

          Dieser versicherte nach Angaben der Polizei aber „glaubhaft“, seine frühere Partnerin zuletzt am Vormittag gesehen zu haben. Außerdem führte er die Beamten freiwillig durch seine Wohnung und seinen Keller. Weil die Frau Rückrufe auf ihr Handy trotz Klingelns nicht mehr annahm, ordneten die Ermittler eine Ortung des Mobiltelefons an.

          Die Ergebnisse waren aber derart ungenau, dass sie Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) mit entsprechender Technik anforderten, die den Standort eines eingeschalteten Handys bis auf wenige Meter genau bestimmen können. Dies führte die Polizisten schließlich zu einem Mehrfamilienhaus in Hameln. Nachdem sie sich durch alle Wohnungen geklingelt hatten, fanden sie die Frau rund sechs Stunden nach Einsatzbeginn bei einem anderen Mann.

          Sie gab an, sich die Entführung nur ausgedacht zu haben, um ihrem früheren Partner „eins auszuwischen“. Die Frau erhielt eine Anzeigen wegen Vortäuschens einer Straftat und muss die Kosten des Einsatzes tragen.

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