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Tatverdächtiger gefasst : Schüsse auf Priester in Lyon

  • Aktualisiert am

Sperrgebiet im siebten Arrondisement in Lyon nach einem Angriff auf einen Priester Bild: AP

In Lyon ist ein griechisch-orthodoxer Priester von einem Angreifer angeschossen worden, als er die Kirche schließen wollte. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen. Politiker verurteilten die Tat.

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          Ein griechisch-orthodoxer Priester ist am Samstag in Lyon angeschossen worden. Der Zustand des Opfers sei „ernst“. Er sei mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus geliefert worden, berichteten mehrere französische Medien unter Berufung auf die Polizei. Die Beamten nahmen am Samstagabend einen Tatverdächtigen fest. Die Person, die bei der Festnahme keine Waffe getragen habe, sei in Polizeigewahrsam, teilte der Staatsanwalt von Lyon, Nicolas Jacquet, am Samstag mit. Es könne sich um die Person handeln, die von Zeugen beschrieben worden sei, die Überprüfung dauere noch an.

          Nach Informationen von „FranceInfo“ wurden zwei Schüsse auf das Opfer abgegeben. Die Nachrichtenagentur „AP“ berichtete unter Berufung auf einen Polizisten, dass der Angreifer allein gewesen sei und mit einem Jagdgewehr geschossen hätte. Der 52 Jahre alte Priester, der aus Griechenland stammt, war gerade dabei, „seine Kirche zu schließen“, hieß es.

          Der Priester wurde nach Angaben aus Ermittlerkreisen aus kürzester Entfernung zweimal in die Brust geschossen. Der Erzbischof von Athen und Oberhaupt der Kirche Griechenlands, Ieronymos, sprach von einem „Horror, der die menschliche Logik übersteigt“. Intolerante und fanatische Extremisten würden Religion als „Kugel“ missbrauchen, um sie gegen das „Herz der Freiheit und insbesondere der Glaubensfreiheit von Anderen“ zu richten, sagte er weiter.

          Sicherheits- und Rettungskräfte befanden sich vor Ort. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bat die Anwohner, sich von der näheren Umgebung fernzuhalten. Premierminister Jean Castex kehrte vorzeitig von einer Reise nach Rouen in die Hauptstadt zurück. In Paris wurde bereits ein Krisenstab zu dem Angriff eingerichtet.

          Unbestätigten Meldungen zufolge sollen Zeugen den Mann am Tatort gesehen haben. Demnach habe er eine Mütze und einen Mantel getragen haben, unter dem er ein abgesägtes Gewehr trug. Durch die strikten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich befinden sich deutlich weniger Menschen auf den Straßen.

          Zwei Tage nach islamistischem Anschlag in Nizza

          Über die genauen Hintergründe ist bislang noch nichts bekannt. Am Donnerstag gab es in Nizza islamistische Anschläge auf Gläubige. Ein 21 Jahre alter mutmaßlicher Terrorist aus Tunesien hatte in einer Kirche in Nizza drei Menschen mit einem Messer getötet.

          Innenminister Darmanin sieht das Land im „Krieg gegen die islamistische Ideologie“, wie er am Freitag sagte. „Der Islamismus ist eine Form des Faschismus im 21. Jahrhundert.“ Frankreich werde mit allen Mitteln des Rechtsstaats gegen die innere und äußere Bedrohung kämpfen.

          EU-Ratspräsident Charles Michel verurteilte den Angriff im Online-Dienst Twitter als „abscheuliche Tat“. EU-Parlamentspräsident David Sassoli sagte: „Europa wird sich niemals vor Gewalt und Terrorismus beugen.“

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