https://www.faz.net/-gum-a3oy6

Vorfall in Straßburg : Frankreich empört über mutmaßlich sexistischen Angriff auf Studentin

  • Aktualisiert am

In Frankreich sollen drei Männer eine Frau attackiert haben, weil sie sich an ihren Rock störten (Symbolbild) Bild: dpa

Die Täter sollen sich an der Kleiderwahl ihres Opfers gestört haben: Eine Studentin gibt an, nahe der Straßburger Innenstadt am helllichten Tag von drei Männern erst beschimpft und dann geschlagen worden zu sein.

          1 Min.

          Ein mutmaßlich sexistisch motivierter Angriff auf eine Studentin sorgt in Frankreich für Empörung. Die mutmaßlichen Täter sollen sich dabei an der Kleiderwahl der Frau gestört haben. Die Regierung verurteile den Vorfall im elsässischen Straßburg scharf, sagte Sprecher Gabriel Attal am Mittwoch. Jeder müsse in Frankreich in der Lage sein, in der Kleidung auf die Straße gehen zu können, die sie oder er tragen wolle. Frauen dürften sich nicht wegen der Wahl ihrer Klamotten gefährdet fühlen, belästigt, bedroht oder angegriffen werden, betonte Attal.

          Die 22 Jahre alte Studentin wurde nach eigenen Angaben vergangenen Freitag tagsüber nahe der Straßburger Innenstadt von drei Männern erst beschimpft und dann geschlagen, weil sie einen Rock trug. Die Männer hätten sie „Schlampe in einem Rock“ genannt, sagte die Frau dem regionalen Radiosender „France Bleu Alsace“. Anschließend hätten sie zwei der Männer festgehalten und der dritte ihr ins Gesicht geschlagen bevor sie flohen, so die Studentin. Sie erhob zudem Vorwürfe gegen Zeugen des Angriffs. Rund 15 Menschen hätten diesen gesehen, aber nichts unternommen, sagte die 22-Jährige.

          „Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich“

          Die Polizei leitete Medienberichten zufolge Ermittlungen zu dem Fall ein. Demnach erstatte die Studentin auch Anzeige. Die beigeordnete Ministerin im Innenministerium und ehemalige Staatssekretärin für Gleichstellung, Marlène Schiappa, reiste am Mittwoch nach Straßburg, um sich dort mit Vertretern der Polizei und Präfektur zu treffen, um über einen besseren Schutz für Frauen zu sprechen. „Der Rock ist nicht für den Angriff verantwortlich und die Frau noch weniger“, sagte Schiappa „France Bleu“.

          In Straßburg werde bis 2021 durch das Innenministerium ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin in der Polizeistation eingestellt, sagte Schiappa einem Bericht der Lokalzeitung „DNA“ zufolge. Damit solle der Dialog zwischen Opfern geschlechtsspezifischer und sexueller Gewalt und der Polizei verbessert werden.

          Weitere Themen

          Passagierinnen in Qatar zwangsuntersucht

          Nach Fund von Neugeborenen : Passagierinnen in Qatar zwangsuntersucht

          Am Flughafen von Doha sind mehrere Passagierinnen aus Flugzeugen geholt und zwangsuntersucht worden, nachdem zuvor ein Neugeborenes am Flughafen gefunden worden war. Einige der Betroffenen legten daraufhin Beschwerde ein.

          Topmeldungen

          Champions League : Darum ist Dortmund kein absolutes Top-Team

          Der Champions-League-Start ging durch die Niederlage in Rom daneben. Nun steht Dortmund gegen Zenit St. Petersburg schon unter Druck. Mats Hummels glaubt zu wissen, warum es beim BVB noch nicht ganz rund läuft.
          Wieder beisammen: Leopoldo López mit seiner Ehefrau Lilian Tintori und ihren Kindern in Madrid

          Leopoldo López im Exil : „Maduro ist ein Mörder“

          Spanien hat mit Leopoldo López einen neuen Exilanten aus Venezuela. Der verfolgte Oppositionspolitiker sorgt für viel Wirbel – zwischen den beiden Ländern, aber auch innerhalb der spanischen Linkskoalition.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.