https://www.faz.net/-gum-9pk2l

Nach Tod von Achtjährigem : Diskussion über Sicherheit an Bahnhöfen

  • Aktualisiert am

Polizisten am Frankfurter Hauptbahnhof Bild: EPA

Gibt es an deutschen Bahnhöfen nicht genug Polizisten? Könnte es technische Sperren geben? Oder kann eine absolute Sicherheit sowieso nicht garantiert werden?

          Nach dem Tod eines vor einen Zug gestoßenen Kindes in Frankfurt am Main wird über die Sicherheit an deutschen Bahnhöfen diskutiert. Der SPD-Verkehrspolitiker Martin Burkert bemängelte in der „Bild“-Zeitung eine unzureichende Aufsicht an den Bahnsteigen. Zudem fehle es an den Bahnhöfen an Bundespolizisten. Einen Umbau der Bahnhöfe halte er aber nicht für nötig, sagte Burkert. „Es würde erstmal reichen, wenn wieder Normalität durch Polizei und Aufsicht geschaffen würde.“

          Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, warnte aber, solch „grauenhafte Verbrechen“ würden sich nicht durch mehr Polizisten verhindern lassen. Radek fordert stattdessen, „über den Einbau technischer Sperren zu diskutieren, die den Zugang zu Gleisen erst ermöglichen, wenn der Zug bereits steht“. Solche Vorrichtungen gebe es etwa an bestimmten Gleisen in Londoner Bahnhöfen.

          Frage nach Umsetzbarkeit

          Die Deutsche Bahn erklärte gegenüber „Bild“, die Forderungen, Bahnsteige nur noch für Ticketinhaber betretbar zu machen, seien zwar nachvollziehbar. Dies würde aber Hunderte Millionen Euro kosten und zu Schlangen an den Bahnsteigen führen. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn erklärte, eine solche Forderung sei „logistisch kaum umzusetzen“.

          Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst sagte der „Bild“-Zeitung, eine „noch gezieltere Videoüberwachung und mehr Sicherheitspersonal auf den Bahnhöfen“ würden das Sicherheitsniveau erhöhen. Absolute Sicherheit werde es aber nie geben.

          Die Grünen-Verkehrspolitikerin Valerie Wilms rief Fahrgäste dazu auf, sich niemals zu nah an ein Gleis begeben. „Wenn sich alle an die Regeln halten, reichen diese Maßnahmen für eine sichere Benutzung der Bahnsteige aus“, sagte sie der „Bild“-Zeitung.

          Ein Mann hatte am Montagvormittag am Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen und seine Mutter ohne erkennbares Motiv vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Das Kind starb, die Mutter konnte sich retten. Politiker äußerten sich parteiübergreifend entsetzt. Der mutmaßliche Täter, ein 40 Jahre alter eritreischer Staatsbürger, wurde nach kurzer Flucht von Passanten überwältigt.

          Weitere Themen

          RTL, IAA, A 5

          F.A.Z.-Hauptwache : RTL, IAA, A 5

          Die Psychiatrie im Klinikum Höchst bleibt auch nach einem Gutachten in der Diskussion. Frankfurts Rathauschef darf auf der IAA keine kritische Rede halten. Und Lasterfahrer erhalten an der A5 mehr Parklplätze. Die F.A.Z.-Hauptwache.

          Ein Kampf um jede Stunde

          Tödliche Infektion : Ein Kampf um jede Stunde

          An einer Sepsis sterben jedes Jahr zehntausende Menschen. Fachleute kritisieren, dass es in Deutschland noch keine nationale Strategie gibt, um mehr Menschen retten zu können.

          Topmeldungen

          Die Talkrunde zum Thema Klimapolitik bei Frank Plasberg

          TV-Kritik: Hart aber fair : Die Realität der Zwickmühle

          Die Klimapolitik ist so verzwickt, dass es den üblichen Verdächtigen kaum noch gelingt, Einsicht in das Notwendige oder gar Verhaltensänderungen zu erreichen. Tatsächlich sehen einige das Format der Talkshow als Pranger für üble Phantasien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.