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Tat am Frankfurter Hauptbahnhof : Verdächtiger kommt in Psychiatrie

  • -Aktualisiert am

Unmittelbar nach der Tat legten zahlreiche Anwohner Kerzen, Blumen und Stofftiere nahe des Tatorts ab. Bild: EPA

Der Mann, der am Frankfurter Hauptbahnhof ein Kind vor einen Zug gestoßen haben soll, kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus. Nach Angaben eines Gutachters leidet der 40 Jahre alte Mann an Schizophrenie.

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          Der Mann, der einen acht Jahre alten Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof vor einen Zug gestoßen haben soll, kommt in ein psychiatrisches Krankenhaus. Das teilte die Frankfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstagmittag mit.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Der 40 Jahre alte Eritreer soll Ende Juli einen Jungen sowie dessen Mutter vor einen Zug gestoßen haben, der Junge wurde von dem einfahrenden Zug überrollt. Der mutmaßliche Täter hatte sich zu einem möglichen Motiv nicht geäußert, er war von einem psychiatrischen Gutachter untersucht worden. Dieser kam nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass der Mann unter einer Schizophrenie leide, wahrscheinlich einer paranoiden.

          Da die Erkrankung zum Tatzeitpunkt „in akuter Form“ vorgelegen habe und „kausal für die begangenen Taten gewesen“ sei, sei „zumindest von einer erheblich verminderten Einsichts- und Steuerungsfähigkeit des Beschuldigten bei Tatbegehung auszugehen“, so die Staatsanwaltschaft. Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus sei erforderlich, da aufgrund der Erkrankung „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ zu erwarten sei, dass der Beschuldigte auch künftig „erheblich rechtswidrige Taten“ begehen werde und eine „Gefahr für die Allgemeinheit“ darstelle. Der Haftrichter wandelte den Ende Juli erlassenen Haftbefehl am Mittwoch in einen Unterbringungsbefehl um.

          Der Tatverdächtige lebte seit 2006 in der Schweiz, wo er ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht hat und als vorbildlich integriert galt. Allerdings wurde er bereits in der Schweiz psychiatrisch behandelt. Kurz vor der Tat hatte er seine Familie und eine Nachbarin in ihre Wohnungen im Kanton Zürich eingesperrt und sie bedroht. Er wurde deswegen von der Schweizer Polizei gesucht, reiste aber legal nach Deutschland ein. Ihm wird Mord sowie versuchter Mord vorgeworfen.

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