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Forensikerin Silke Brodbeck : Die Sprache des Blutes

  • -Aktualisiert am

Tathergangsrekonstruktion: Im Labor von Forensikerin Silke Brodbeck wird es schnell schmutzig Bild: Helmut Fricke

Ein Verbrechen bleibt nicht ohne Spuren. Forensikerin Silke Brodbeck kann aus Blutspritzern ablesen, was passiert ist.

          6 Min.

          Als der Hammer aufschlägt, spritzt das Blut in alle Richtungen. Das Innere des weißen Kunststoffpavillons ist mit roten Schlieren und Spritzern befleckt. Ein wenig erinnern die dicken Kleckse und sich überkreuzenden Rinnsale an ein expressionistisches Werk von Jackson Pollock. Silke Brodbeck legt das blutige Werkzeug beiseite, nimmt den Mundschutz und die Kapuze ihres weißen Schutzanzugs ab und fährt sich mit einer Hand durch ihre blonden Locken. „Ganz schöne Sauerei“, sagt sie und deutet mit ihrem Zeigefinger auf das Muster langgezogener Blutspritzer, das nun auf der Plastikfolie sichtbar geworden ist. „Aber sehr aussagekräftig: Hier haben wir die typische feldförmige Anordnung von Blutspritzern, wie sie beispielsweise nach dem Schlag mit einem Hammer auftritt.“

          Wer die alte Scheune in Usingen, einer beschaulichen Kleinstadt im Taunus, betritt, wähnt sich am Schauplatz eines Massakers. Tatsächlich befindet man sich aber mitten im Versuchslabor des einzigen deutschen Instituts für Blutspurenmusteranalyse, betrieben von der Ärztin Silke Brodbeck, einer Sachverständigen für Tathergangsrekonstruktion.

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