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„Firma“ Mafia : Das größte Unternehmen Italiens

Regiert mit harter Hand und blutigen Anschlägen: Die italienische Mafia Bild: picture-alliance / dpa

Sie bringt es auf einen Jahresumsatz von 90 Milliarden. Und ist damit das größte Unternehmen Italiens: Die Mafia. Durch Schutzgelderpressungen, Diebstahl oder Produktpiraterie richtet die organisierte Kriminalität im Lande großen wirtschaftlichen Schaden an.

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          Die Mafia ist nach Schätzungen des italienischen Händlerverbandes Confesercenti mit einem Umsatz von jährlich 90 Milliarden Euro das größte Unternehmen des Landes.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Die zweitgrößte Vereinigung Italiens für Handels- und Dienstleistungsunternehmen macht jährlich mit einem Report auf die Folgen der organisierten Kriminalität für das Wirtschaftsleben auf sich aufmerksam.

          Auch große Unternehmen unterwerfen sich den Regeln

          Etwa 160 000 Händler seien jährlich Opfer der Schutzgelderpressung, rund 150.000 Opfer von Wucherern, berichtet der Verband. Nach Angaben der Organisation sollen die Einnahmen der Mafiaorganisationen in Süditalien aus Schutzgelderpressung jährlich rund 30 Milliarden Euro betragen, diejenigen aus Wucher zehn Milliarden. Fälschungen und Produktpiraterie brächten 7,4 Milliarden Euro, Diebstahl und Raub rund sieben Milliarden.

          Als neueste Entwicklung beklagt die Organisation, die vor allem kleine Händler repräsentiert, dass sich in Süditalien auch große Unternehmen den Regeln der Mafia unterworfen hätten. Große Unternehmen bemühten sich auf diese Weise, von vorneherein Problemen aus dem Weg zu gehen, und betrachteten Schutzgelder oder Gefälligkeiten als eine Art Versicherungspolice.

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