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Berlin : Festnahmen nach Raubüberfall auf KaDeWe

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Uhren und Schmuck im Wert von 817.000 Euro hatten die Täter im Dezember 2014 bei einem Raubüberfall auf das KaDeWe erbeutet. Jetzt hat die Polizei sechs Männer einer arabischen Großfamilie festgenommen.

          Bei einem Großeinsatz von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder eines arabischen Clans in Berlin sind sechs Männer festgenommen worden. Gegen die Verdächtigen im Alter von 20 bis 56 Jahren hätten Haftbefehle vorgelegen, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Sie stammen nach Angaben der Polizei aus verschiedenen Familien. An dem Einsatz in mehreren Stadtteilen am frühen Dienstagmorgen seien 220 Beamte, davon 60 eines Spezialeinsatzkommandos, beteiligt gewesen.

          Es wurden Schmuck, Bargeld, ein Porsche sowie eine Schusswaffe sichergestellt. Insgesamt gab es 16 Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäften – mit Schwerpunkt in Neukölln, aber auch in den Berliner Stadtteilen Hermsdorf und Lankwitz.

          Der Großeinsatz stützte sich auf Aussagen aus dem kriminellen Milieu. Innensenator Frank Henkel (CDU) und die Polizei sprachen von „umfangreichen Zeugenaussagen“. Das sei „ungewöhnlich für dieses Milieu“, erklärte Henkel. „Das ist eine wichtige Botschaft: Fällt die Mauer des Schweigens, können die Sicherheitskräfte noch konsequenter handeln. Es wäre gut, wenn dadurch auch andere ermutigt werden, über die Szene auszupacken.“

          Berlin dulde keine rechtsfreien Räume

          Henkel äußerte sich zufrieden zu dem Einsatz: „Dieser Schlag gegen die organisierte Kriminalität zeigt, dass der Staat entschlossen gegen die Unterwelt vorgeht.“ Berlin dulde keine rechtsfreien Räume. „Das gilt für kriminelle Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien genau wie für jeden anderen in unserer Stadt.“

          Der Einsatz richtete sich laut Polizeisprecher Redlich unter anderem gegen Verdächtige im Zusammenhang mit einem spektakulären Raub im Luxuskaufhaus KaDeWe. Dort waren fünf bewaffnete Männer im Dezember 2014 eingedrungen. Sie zerschlugen Vitrinen und erbeuteten Schmuck und Uhren im Wert von 817.000 Euro. Drei Männer im Alter von 26, 27 und 29 Jahren müssen sich deshalb derzeit vor dem Landgericht Berlin verantworten. Ein 27-Jähriger hat die Beihilfe gestanden. Ob unter den jetzt Festgenommenen weitere Tatbeteiligte sind, ist noch unbekannt.

          Ermittelt wird auch wegen eines Auftragsmordes und illegalen Waffenbesitzes. Im Fall des Auftragsmordes soll es sich um Anstiftung dazu handeln. Näher wollte sich der Polizeisprecher wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Es gehe dabei aber nicht um den Mord an einem 43-Jährigen, der im März durch eine Autobombe in Berlin-Charlottenburg ums Leben gekommen war.

          Kriminelle Familienclans bereiten der Justiz in mehreren deutschen Regionen seit Jahren Kopfzerbrechen. Oft geht es etwa auch um Drogenhandel.

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