https://www.faz.net/-gum-8fo39

Baden-Württemberg : Rockerkrieg im Ländle

Brachiale Ausstattung: Beschlagnahmte Gegenstände nach Durchsuchungen bei den „Black Jackets“ Bild: dpa

Nach der Schießerei letzte Woche in Heidenheim folgen nun drei Festnahmen. Schon seit Jahren kommt es in der Region immer wieder zu brutalen Konkurrenzkämpfen zwischen Rockerbanden.

          Der Grund für die Schießerei im baden-württembergischen Heidenheim am Donnerstag war ein Streit zwischen den konkurrierenden, größtenteils kriminellen Rockerbanden „United Tribuns“ und „Black Jackets“. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm am Freitag. In der ostwürttembergischen Stadt hatten gegen 13 Uhr drei Mitglieder der „Black Jackets“ nach einem Streit auf offener Straße auf Mitglieder der „United Tribuns“ geschossen. Dabei waren ein 25 Jahre alter und ein 29 Jahre alter Mann schwer verletzt worden. Der 29 Jahre alte Mann wurde am Oberkörper von drei Schüssen getroffen; der 25 Jahre alte Mann durch einen Bauchschuss schwer verletzt. Ein Mann befindet sich nach Angaben der Polizei in einem kritischen Zustand.

          Molotowcocktail und Sprengstoffanschlag

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die Polizei konnte noch am Donnerstagnachmittag zwei mutmaßliche Täter in Giengen festnehmen. Ein dritter Verdächtiger konnte dann am Abend in einer dortigen Wohnung gestellt werden. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen prüft zurzeit bei allen drei Beschuldigten Haftanträge. Gegen die 23, 25 und 30 Jahre alten Männer laufen umfangreiche Ermittlungen. Etwa 60 Mitglieder der „United Tribuns“ hatten sich am Donnerstag spontan vor der Klinik versammelt, in der die zwei verletzten Männer behandelt werden.

          In der Region Heidenheim gibt es seit Jahren Auseinandersetzungen zwischen Rockerbanden, die „Black Jackets“ sind in den achtziger Jahren unter Führung von Sedat Karaca im Heidenheimer Jugendhaus Castell gegründet worden. 2015 wurde ein Molotowcocktail auf das Gelände eines Autohändlers geworfen. Der Bruder des Autohändlers soll der lokale Chef der Abteilung der „United Tribuns“ gewesen sein. Im selben Jahr gab es zudem einen Sprengstoffanschlag auf eine Shisha-Bar in Ulm, außerdem war auf ein Ulmer Bordell geschossen worden. Offenbar wollen die „United Tribuns“ ihr Revier arrondieren und ein Machtvakuum füllen, das durch zahlreiche Verhaftungen und Verurteilungen entstanden ist.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klimaschutz : Vertraut nicht den Verboten!

          Im Kampf um das Klima gibt es viele Einzelideen. Sie versperren den Blick auf das Notwendige: ein sinnvolles Gesamtkonzept. Dafür gilt: Lieber gründlich als überhastet.
          Formiert sich gerade eine breite politische Front gegen Salvini? Der italienische Innenminister strebt weiter Neuwahlen an.

          Regierungskrise in Italien : Mit dem „Plan Ursula“ gegen Salvini?

          Der Streit um das Rettungsschiff „Open Arms“ dauert an – und in Rom wird weiter über Szenarien zur Überwindung der Regierungskrise spekuliert. Ein prominenter Politiker stellt sich nun hinter einen Plan zur Bildung einer breiten Front gegen den italienischen Innenminister.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.