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37 Jahre nach einem versuchten Tötungsdelikt und einer versuchten Vergewaltigung ist nun ein Verdächtiger festgenommen worden. Die Aufnahme zeigt das Tatmesser. Bild: dpa

Hamburg : Festnahme 37 Jahre nach Mordversuch an Mädchen

An einem Herbstabend im Jahr 1980 wird eine 16-Jährige in einem Hamburger Hochhausviertel angegriffen und beinahe getötet. 37 Jahre lang sucht die Polizei vergeblich nach dem Täter – jetzt gibt es eine Festnahme.

          Die Tatwaffe ist knapp 30 Zentimeter lang, die Klinge etwa 15 Zentimeter, braune Einkerbungen befinden sich im weißen Horngriff des Jagdmessers. Daneben liegt des Messers Scheide, hellbraunes Leder mit einem röhrenden Hirschen darauf. Beides ist auf einem Foto zu sehen, das die Hamburger Polizei am Wochenende für eine öffentliche Fahndung herausgegeben hat. Mit erstaunlichem Erfolg.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Veröffentlichung führte gleich zu einem Hinweis, und der Hinweis schon am Montagabend zu einer Verhaftung in Hamburg. Eine Spezialeinheit nahm einen 53 Jahre alten Tatverdächtigen fest. 37 Jahre nach der Tat.

          Der Verdächtige soll nach Überzeugung der Ermittler der versuchten Vergewaltigung und des versuchten Mordes schuldig sein. Im Spätsommer des Jahres 1980 soll er in Steilshoop im Hamburger Nordosten versucht haben, ein Mädchen zu vergewaltigen. Sie konnte sich in eine Gaststätte retten.

          Anfang November 1980 soll er dann nicht weit entfernt vom ersten Tatort ein ebenfalls 16 Jahre altes Mädchen am späten Abend mit dem Jagdmesser angegriffen und auf sie eingestochen haben. Sie wurde lebensgefährlich verletzt. Der Täter versuchte dann, sie zu vergewaltigen. Er flüchtete allerdings, als er Tatzeugen bemerkte. Das schwer verletzte Mädchen wurde operiert und konnte gerettet werden. Einen Täter konnte die Polizei damals nicht ermitteln. Sie fand aber die Tatwaffe: das Jagdmesser mit dem Horngriff.

          Die Verhaftung des Tatverdächtigen gut 37Jahre nach seinen Taten ist nun auch ein Erfolg der Sonderkommission „Cold Cases“ der Hamburger Polizei, die alte ungelöste Fälle von Gewaltverbrechen wieder aufrollen soll. Wie die Polizei mitteilte, habe die Soko schon im Januar den nun Verhafteten als Tatverdächtigen ermittelt und ihn auch verhört. Die Taten hatte er aber bestritten, und die Polizei habe einen dringenden Tatverdacht nicht begründen können.

          Mit dem neuen Hinweis aber hat die zuständige Staatsanwältin am Montag einen dringenden Tatverdacht gesehen und die Festnahme angeordnet. Der Soko-Leiter selbst führte den Verdächtigen am Abend in Handschellen ab. Der Haftbefehl wurde wegen des versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchter Vergewaltigung beantragt.

          Die erste versuchte Vergewaltigung ist schon verjährt. Da der Tatverdächtige damals selbst noch 16 Jahre alt gewesen ist, wurde er am Dienstag einem Jugend-Haftrichter vorgeführt.

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