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Nackt im Kölner Dom : Femen-Aktivistin muss Strafe zahlen

  • Aktualisiert am

Zum Studium der Philosophie zurückgekehrt: Aktivistin Josephine Witt vor Gericht Bild: dpa

Polit-Aktivistin Josephine Witt ist wegen ihres Femen-Nackt-Protestes im Kölner Dom auch in zweiter Instanz verurteilt worden. Doch das Strafmaß wurde verringert – wegen ihrer ungesicherten Einkommensverhältnisse.

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          Das Kölner Landgericht verhängte am Dienstag wegen grober Störung der Religionsausübung in der Weihnachtsmesse 2013 eine Strafe von 600 Euro gegen Josephine Witt. Damit bestätigte die 6. kleine Strafkammer in der Sache die Entscheidung des Kölner Amtsgerichts, reduzierte aber wegen der derzeit ungesicherten Einkommensverhältnisse der Angeklagten das Strafmaß um die Hälfte.

          Das Gericht folgte damit dem Plädoyer von Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn. Zugleich wies es den Antrag der Einundzwanzigjährigen und ihrer Anwältin Eva Steiner ab, Witt nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Für eine Reifeverzögerung oder eine Jugendverfehlung gebe es keine Anhaltspunkte. Binnen einer Woche kann laut Richterin Elke Mücher Revision beim Oberlandesgericht eingelegt werden. Witt und ihre Anwältin ließen nach der Verhandlung offen, ob sie diesen Schritt gehen.

          Die Aktivistin war am Ersten Weihnachtstag 2013 während einer Messfeier mit dem inzwischen emeritierten Kardinal Joachim Meisner an dessen 80. Geburtstag auf den Altar gesprungen. Sie entblößte ihren Oberkörper, auf dem „I am god“ (Ich bin Gott) stand. Zudem skandierte sie antireligiöse Parolen.

          „I am God“: Josephine W. barbusig im Kölner Dom
          „I am God“: Josephine W. barbusig im Kölner Dom : Bild: dpa

          Das Amtsgericht Köln hatte im Dezember eine Strafe von 60 Tagessätzen zu je 20 Euro (1200 Euro) verhängt. Das Landgericht reduzierte den Tagessatz jetzt auf 10 Euro. Witt gab an, dass sie ihr Zahnmedizinstudium in Hamburg aufgegeben habe, um in Berlin wieder das Erststudium der Philosophie aufzunehmen. Es sei unklar, ob sie weiterhin BaföG beziehen könne oder einen Job bekomme.

          Mitte April sorgte Witt für einen Eklat bei der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurt. Sie sprang kurz nach Beginn der Veranstaltung bekleidet auf den Tisch von EZB-Präsident Mario Draghi, überschüttete ihn mit Konfetti und rief auf Englisch: „Stoppt die EZB-Diktatur“. Witt hatte sich mit ihrem richtigen Namen als Journalistin angemeldet, wie sie in einem Interview betonte.

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