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Familiendrama in Neuss : Polizei verdächtigt Vater des dreifachen Mordes

Trauer in Neuss Bild: dpa

Ein Familienvater soll in Neuss seine beiden Kinder und seine Ehefrau erschossen haben. Nach dem Fund der Leichen fahndet die Polizei nun nach dem 35 Jahre alten Mann. Er war den Behörden als gewalttätig bekannt - auch das Jugendamt war schon eingeschaltet.

          Nachdem Streifenbeamte am Montagabend in einer Wohnung in Neuss die Leichname einer Frau und ihrer zwei Kinder gefunden hatten, ist die Polizei nun auf der Suche nach dem 35 Jahre alten Fallah S.. Die Ermittler verdächtigen den Mann, seine 26 Jahre alte Ehefrau Saskia sowie seine acht Jahre alte Tochter und seinen vier Jahre alten Sohn erschossen zu haben.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag auf einer Pressekonferenz mitteilten, hatte Verwandte am Wochenende noch das Zuckerfest zum Ende des Ramadan mit Familie S. gefeiert. Als die Verwandten am Montagabend abermals vorbeischauen wollten, öffnete niemand. Da der Besuch verabredet gewesen war und die Frau stets zuverlässig gewesen sei, riefen die Verwandten die Polizei.

          Fallah S. war den Behörden als gewaltbereit bekannt. Mehrfach waren Polizisten in der Wohnung der Familie, weil Fallah S. seine Frau verprügelt hatte. „Seit 2010 gab es immer wieder Streit und Gewalt“, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Hinweise darauf, dass der Mann auch seine Kinder schlug, gibt es bisher nicht. Auch seinen das Mädchen und der Junge nicht vernachlässigt gewesen.

          Die Wohnung, die in einer ruhigen, bürgerlichen Gegend von Neuss liegt, sei sehr gepflegt. Wegen der häufigen Gewaltausbrüche des Mannes war das Jungendamt dennoch bereits eingeschaltet gewesen. Mehrfach war Fallah S. zudem der Aufenthalt in der Wohnung untersagt worden. Zum Tatzeitpunkt lag nach Angaben der Polizei aber kein Aufenthaltsverbot vor.

          Unklar ist einstweilen, warum es dann am Montag zum tödlichen Gewaltausbruch kam. Möglicherweise habe die Frau beabsichtigt, sich endgültig von ihrem Ehemann zu trennen, hieß es am Montag. Die Ermittler schätzen Fallah S. als gefährlich ein. Sie beunruhigt, dass die Tatwaffe (vermutlich eine Pistole) noch nicht gefunden wurde. Staatsanwaltschaft und Polizei rechnen deshalb damit, dass der Mann noch bewaffnet sein könnte. „Wir müssen ihn auch deshalb so schnell wie möglich fassen“, sagte Guido Adler, der Leiter der Mordkommission.

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