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Ein Toter in Oldenburg : Angriff auf Familie von vermisstem Ex-Rocker

  • Aktualisiert am

Mit diesem Bild fahndet die Polizei nach dem vermissten 29-Jährigen. Bild: Polizei

In Oldenburg ist ein 65 Jahre alter Mann erschossen worden. Er gehört zur Familie eines ehemaligen Hells-Angels-Mitgliedes, das seit Wochen vermisst wird. Die Polizei glaubt aber nicht an einen Zusammenhang.

          Nach den tödlichen Schüssen auf einen 65 Jahre alten Mann in Oldenburg soll der festgenommene Tatverdächtige am Freitag dem Richter vorgeführt werden. Geprüft werden solle, ob ein Haftbefehl erlassen werden könne, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Hintergründe der Tat seien weiter unklar, es seien noch immer viele Kollegen zur Klärung im Einsatz. Der 65-Jährige war am Donnerstagabend erschossen worden, ein 60 Jahre alter Mann erlitt schwere Verletzungen und kam ins Krankenhaus. Die Polizei nahm noch am Tatort in einem Geschäftsgebäude den 38 Jahre alten Verdächtigen fest.

          Am Freitagmorgen erklärte die Polizei, dass es sich bei dem getöteten 65-Jährigen sowie bei dem schwerverletzten 60-Jährigen um Familienangehörige eines Mannes handle, der seit mehreren Wochen vermisst wird. Auf Anfrage bestätigte die Polizei Medienberichte, denen zufolge der Vermisste früher Mitglied bei der Rockervereinigung Hells Angels war. Allerdings gebe es keine Hinweise dafür, dass die Schüsse am Donnerstagabend etwas mit einem Konflikt im Rockermilieu zu tun hätten. Der Verdächtige hätte in dem Geschäft am Tatort gearbeitet und habe das Opfer wohl gekannt. „Als Grund für die Auseinandersetzung könnten geschäftliche beziehungsweise persönliche Streitigkeiten eine Rolle spielen.“

          Nach dem 29 Jahre alten ehemaligen Hells-Angels-Mitglied fahndet die Polizei seit dem 21. Juli öffentlich: Er wurde zuletzt am 3. Juli im Oldenburger Stadtteil Nadorst gesehen, einige Tage später meldeten ihn Angehörige als vermisst. Er ist 1,90 Meter groß, muskulös, hat schwarze kurze Haare, einen schwarzen Vollbart und trägt am ganzen Körper Tätowierungen.

          Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung war der getötete 65-Jährige der Onkel des Verschwundenen, der Schwerverletzte soll der Vater sein. Der 29-Jährige soll 2014 „über die Rocker-Szene hinaus bekannt“ geworden sein, als er auf Youtube „eine Ansage an die Hells Angels“ veröffentlichte, die ihn wegen seiner kurdischen Herkunft aus dem Club geworfen hätten: „Meine Familie ist zehnmal so groß wie Hells Angels Türkei und meine Kurden stehen auch hinter mir“, heißt es in dem Video. „Wer von euch meint, meine Familie oder mich zu bedrohen, der wird sehen. Wer sich meiner Haustür nähert, der wird ganz genau noch sehen, was er davon hat. Ich kämpfe bis zum letzten Tropfen. Ich werde auf jeden Fall ein paar von euch mitnehmen.“ Die Hells Angels sollen im Gegenzug behauptet haben, dass der 29-Jährige Geld abgezweigt habe. Für das Video entschuldigte sich der Mann dann später bei den Rockern, zuletzt hatte er sich laut „Bild“ wieder häufiger mit Mitgliedern der Bande öffentlich gezeigt. 

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