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Falschgeld : Fertigung in der Garage, Vertrieb über das Darknet

60 gefälschte 50-Euro-Noten haben die Polizisten bei der Durchsuchung sichergestellt. Bild: dpa

In Bayern haben Polizisten eine Falschgeldwerkstatt ausgehoben. Die Tatverdächtigen produzierten die Banknoten in einer Garage – und sind unvorsichtig gewesen.

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          Der Zeuge sollte Recht behalten. Der Hinweis an die Polizei im Januar 2016, dass in einer Einzelgarage in Landshut womöglich Geldfälscher am Werk seien, führte die Beamten schließlich zu einer Geldfälscherwerkstatt mit gefälschten 50 Euro Noten, Druckern und Spezialpapier.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Nach der Beobachtung des Zeugen hatte, wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch mitteilte, das für Geldfälschung zuständige Sachgebiet des LKA zusammen mit der Staatsanwaltschaft Landshut die Ermittlungen übernommen.

          Die Tatverdächtigen sind unvorsichtig gewesen

          Es stellte sich heraus, dass die beiden 21 und 23 Jahre alten Mieter der Garage dort offenbar auffällig häufig ein- und ausgingen. Mehrmals hätten die beiden arbeitslosen Männer aus dem Raum Landshut Papier zur Garage gebracht und auch Säcke mit Altpapier wieder abgeholt. Durch die Beobachtungen der Ermittler erhärtete sich der Verdacht, dass es sich um eine Geldfälscherwerkstatt handele.

          Am vergangenen Mittwoch schließlich durchsuchte die Polizei die Garage und die Wohnungen der beiden Männer. In der Garage stellten sie 60 gefälschte 50-Euro-Noten, drei Tintenstrahldrucker, große Mengen speziellen Papiers, Schneidegeräte, Chemikalien zur Behandlung des Papiers, Druckerfarbe und fertige Folienelemente für das Falschgeld sicher.

          Falsche Banknoten wurden bereits versandt

          Zudem fanden sie Reste des zusammengeschnittenen Papiers, sogenannte Makulatur, in Müllsäcken. Das in der Garage hergestellte Falschgeld wurde auch schon, wie die Ermittlungen ergaben, im sogenannten Darknet angeboten. Das Darknet umschreibt Bereiche des Internets, die nur mit spezieller Verschlüsselungssoftware zugänglich sind. Dort gibt es unter anderem „Markplätze“, Foren der „Underground Economy“, in denen illegale Waren wie Falschgeld, Drogen oder gefälschte Pässe angeboten werden.

          Das Falschgeld aus Landshut wurde nach den Angaben der Polizei auch schon an die Besteller versandt. So stellten die Ermittler in den Unterlagen knapp 200 Post-Einlieferungsbelege sicher, die den Versand des Falschgeldes an die entsprechenden Empfänger dokumentierten.

          Automaten akzeptieren Falschgeld nicht

          Wie sich herausstellte, wurden Falsifikate mit entsprechenden Notennummern auch schon außerhalb Bayerns versandt. Die Ermittlungen hierzu dauerten noch an, teilte die Polizei mit. Gegen einen der beiden Tatverdächtigen wurde ein Untersuchungshaftbefehl erlassen.

          Das LKA warnte nochmals eindrücklich, nicht auf „Falschgeldangebote“ im Darknet einzugehen. Diese Banknoten seien zwar immer „ein Blickfang“ und der gute Preis verlocke zum anonymen Kauf. Doch akzeptiere kein Automat die falsche Ware.

          Es sei somit nicht einfach, das gefälschte Geld dann auch „an den Mann zu bringen“. Dabei mache man sich strafbar. Geldfälschung, so die Polizei, sei kein Kavaliersdelikt. Es drohten Freiheitsstrafen von nicht unter einem Jahr.

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