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Fall Susanna : Ali Bashar wurde aus dem Irak abgeschoben

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Ali Bashar am 10. Juni in Wiesbaden, auf dem Weg zu einem Polizeihubschrauber, der ihn ins Gefängnis nach Frankfurt transportiert Bild: EPA

Für die Rückholaktion ist die Bundespolizei zuständig gewesen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den Vergleich der Vernehmungen des Tatverdächtigen und von Zeugen.

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          Der Tatverdächtige im Mordfall Susanna F. ist nicht auf Grundlage eines Auslieferungsersuchens zurück nach Deutschland geholt worden. Wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin mitteilte, ist Ali Bashar am Samstag formell abgeschoben worden. Für die Aktion sei allein die Bundespolizei zuständig gewesen.

          Der 20 Jahre alte Iraker, der verdächtig ist, die 14 Jahre alte Schülerin in der Nacht vom 22. auf 23. Mai vergewaltigt und anschließend getötet zu haben, setzte sich nach Angaben der Bundespolizei Anfang Juni in sein Heimatland Irak ab. Ende vergangener Woche wurde er dort von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen.

          Bereits am Samstag war er dann begleitet von Bundespolizisten nach Deutschland zurückgeflogen worden. Mit an Bord war der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) begrüßte die Festnahme. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert teilte am Montag mit, es habe Bemühungen gegeben, den dringend Tatverdächtigen nach Deutschland zu holen, damit es hier einen rechtsstaatlichen Prozess geben könne.

          Auswärtiges Amt und Bundesjustizministerium waren nach Auskunft ihrer Sprecher nicht in die Aktion einbezogen. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, diese beiden Ministerien seien zuständig, wenn es um eine Auslieferung gehe. Ein solches Auslieferungsersuchen von deutscher Seite sei dem Irak nicht übermittelt worden. Über die Abschiebung von Bashar nach Deutschland entschied den Angaben zufolge die Regierung der autonomen Region Kurdistan.

          Unterdessen konzentrieren sich die Ermittlungen sich auf den Abgleich der Aussagen von Bashar und die Vernehmung weiterer Zeugen. Es werde auf Hochtouren an der Auswertung der umfangreichen Angaben des Verdächtigen gearbeitet, sagte am Montag die Sprecherin der Wiesbadener Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Christina Gräf. Der Iraker hatte in einer fast sechsstündigen Vernehmung vor dem Wiesbadener Amtsgericht die Tat gestanden. Er sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft.

          Das vollständige Ergebnis der DNA-Analyse des Mädchens liege noch nicht vor, erklärte die Oberstaatsanwältin. Daher könne sie noch keine Angaben zu den widersprüchlichen Aussagen über die mutmaßliche Vergewaltigung des Opfers machen. Bashar hatte diesen Vorwurf der Ermittlungsbehörden in seiner Vernehmung bestritten.

          Als Tatmotiv hatte der junge Mann laut Staatsanwaltschaft angegeben, „dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die infolge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde“.

          Neue Erkenntnisse zu dem zeitweise zweiten Tatverdächtigen, einem 35 Jahre alten Türken, habe es durch die Vernehmung von Ali Bashar nicht gegeben, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der Mann werde aber immer noch als Beschuldigter geführt. Das Ermittlungen gegen ihn seien noch nicht abgeschlossen.

          Die Ermittlungen konzentrierten sich auch darauf, an die Papiere des Irakers heranzukommen, sagte Gräf. Ali Bashar war ohne Dokumente vermutlich im Oktober 2015 mit dem damals großen Flüchtlingsandrang über die Türkei und Griechenland nach Deutschland eingereist. Auch sein Alter müsse überprüft werden.

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