https://www.faz.net/-gum-7paau

Fall Peggy : Staatsanwaltschaft fordert Freispruch für Ulvi K.

  • Aktualisiert am

Ihre Leiche wurde nie gefunden: Ein Gedenkstein auf dem Friedhof in Nordhalben erinnert an Peggy Bild: dpa

Im neu aufgerollten Prozess um die seit 13 Jahren verschwundene Peggy hat die Staatsanwaltschaft ihre Mordanklage fallenlassen. Das frühere Geständnis des geistig behinderten Ulvi K. sei womöglich falsch und damit wertlos.

          1 Min.

          Im neu aufgerollten Prozess um die seit 13 Jahren spurlos verschwundene Peggy aus Oberfranken hat die Staatsanwaltschaft ihre Mordanklage gegen den geistig Behinderten Ulvi K. fallen lassen. Die Vertreterin der Anklagebehörde plädierte am Dienstag vor dem Landgericht Bayreuth auf Freispruch. „Wir haben letztendlich nur das Geständnis des Angeklagten. Wenn dieses aber möglicherweise falsch war, dann muss gelten: Im Zweifel für den Angeklagten“, sagte Staatsanwältin Sandra Staade.

          Die Schülerin Peggy wird seit dem 7. Mai 2001 vermisst, eine Leiche wurde nie gefunden. Als ihr Mörder wurde Ulvi K. im April 2004 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. In dem neuen Prozess ging es um die Frage, wie glaubhaft sein damaliges Geständnis war - es ähnelte der vermuteten Tatversion der Polizei auffällig. Das wurde aber erst später bekannt.

          „Wir haben keine Spuren, keinen Tatort, keine Leiche. Wir haben nur das Geständnis des Angeklagten“, sagte Staade. Ein Gutachter kam in dem neuen Prozess zu dem Ergebnis, Ulvi K. könne sich das Geständnis auch ausgedacht haben. „Ein mit hoher Wahrscheinlichkeit richtiges, aber nicht ausschließbar falsches Geständnis kann nicht Grundlage für eine Verurteilung sein“, sagte die Staatsanwältin.

          Weitere Themen

          Tonnenweise Müll und Seuchengefahr

          Nach der Hochwasserkatastrophe : Tonnenweise Müll und Seuchengefahr

          Nach dem Hochwasser befinden sich im Kreis Ahrweiler weiterhin große Mengen Müll. Laut dem Landrat besteht Seuchengefahr. In Nordrhein-Westfalen entspannt sich die Lage – doch von Normalität kann noch nicht die Rede sein.

          Topmeldungen

          Der schottische Staatsphilosoph David Hume (1711 bis 1776) war einer der ersten, der sich zur Staatsverschuldung geäußert hat.

          Staatsverschuldung : Zerstörerischer Staatskredit

          Das Für und Wider von Staatsverschuldung ist ein wichtiges Thema unter bekannten Philosophen wie David Hume und Ökonomen wie Lorenz von Stein. Heutzutage geraten aber vor allem die Einwände in Vergessenheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.