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Ungeklärte Todesumstände : Neues Gutachten im Fall Oury Jalloh

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Ein Transparent der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh am Montag in Berlin Bild: dpa

Die genauen Todesumstände des Asylbewerbers Oury Jalloh sind bis heute nicht geklärt. Er verbrannte 2005 in einer Dessauer Gefängniszelle. Nun hat eine Initiative ein Gutachten vorgestellt, das schwere Misshandlungen an Jalloh belegen soll.

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          Obwohl das Oberlandesgericht Naumburg in der vergangenen Woche einen Antrag auf Klageerzwingung im Fall des in seiner Zelle verbrannten Asylbewerbers Oury Jalloh abwies, seien weitere Untersuchungen nötig, sagten Vertreter einer Aufklärungsinitiative am Montag in Berlin.

          Sie verwiesen auf ein neues radiologisches Gutachten vom 18. Oktober 2019. Grundlage für das Gutachten waren die Bilddateien der Computertomographie, die mehr als zweieinhalb Monate nach dem Tod Oury Jallohs angefertigt wurden. Laut der Initiative ist der Zeitraum, in dem die Verletzungen zugefügt worden sein sollen, „eindeutig eingrenzbar“ auf wenige Stunden vor dem Tod des
          Asylbewerbers am 7. Januar 2005.

          Jalloh habe Knochenbrüche der Nase, des Schädels und einer Rippe noch lebend erlitten. Das würden Entzündungen in der Umgebung der Bruchstellen zeigen, teilte die Initiative mit. Diese Brüche müssten Jalloh wahrscheinlich zwischen seiner Festnahme und dem Tod wenige Stunden später zugefügt worden sein.

          Die Initiative kritisierte, dass die Gerichtsentscheidung der vergangenen Woche den medizinischen Bericht nicht berücksichtigt habe, weil darin nur bereits vorhandene Daten neu interpretiert wurden. Dies sei jedoch für die Schlussfolgerungen unerheblich. Nun müsse die bereits vor Jahren zusammengestellte Kommission zur Untersuchung des Todes diese neuen Fragen eingehend untersuchen.

          Der stark betrunkene und unter Drogen stehende Jalloh war nach einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle am 7. Januar 2005 mit erheblichen Verbrennungen tot gefunden worden. Ob er selber die Matratze angezündet hat, auf der er gefesselt lag, ist bis heute nicht geklärt. Ein Polizist wurde 2012 verurteilt, weil er nicht dafür gesorgt hatte, dass Jalloh ausreichend beaufsichtigt wurde.

          Die Initiative geht davon aus, dass Jalloh angezündet und so ermordet wurde. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte nach jahrelangen Untersuchungen, Prozessen und Verfahren zuletzt erklärt, es lasse sich nicht belegen, dass Polizisten oder andere Personen den auf einer Matratze gefesselten Jalloh angezündet hätten.

          Der Landtag von Sachsen-Anhalt will nun die Ermittlungsakten durch zwei externe Juristen prüfen lassen. Die Grünen hatten zuletzt betont, das staatliche Handeln müsse umfassend aufgearbeitet werden.

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