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Fall Marianne Bachmeier : „Ich habe es für Dich getan, Anna“

In Lübeck beginnt 1982 ihr Prozess: Marianne Bachmeier hatte am 6. März 1981 den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter erschossen. Bild: Picture-Alliance

Vor 40 Jahren erschoss Marianne Bachmeier im Lübecker Landgericht den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter. Handelte die Mutter aus Rache?

          4 Min.

          Kindermorde kommen ohne Adjektive aus. Man muss ihnen kein „grausam“ oder „schrecklich“ dazustellen. Wenn vor Gericht die Tat seziert wird, kann man entfernt erahnen, was das Kind erleiden musste, bevor es entseelt am Straßenrand abgeladen, im Wald verscharrt oder in einem Plastiksack verschnürt im Weiher versenkt wurde. Den Schmerz für Eltern, Großeltern, Geschwister kann niemand ermessen. Er hört nie auf und greift unaufhörlich nach ihnen.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Unerträglich fanden es zum Beispiel die Eltern eines ermordeten Mädchens, dass der Mörder in den Briefen von Behörden als „Herr“ angeredet wurde. Der Mann war kein „Herr“ mehr in ihren Augen. Rache zu üben, so könnte man meinen, müsste doch für Eltern der Mordopfer der alles beherrschende Gedanke sein. Aber für Rache, die einen verzehrt, bis sie in Erfüllung geht, braucht man Kraft. Eltern von Mordopfern hingegen sitzen mit leergeweinten Augen im Gericht. Das, was an Reserven übrig ist, reicht kaum für Geschwisterkinder, Anwalt und Behörden.

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