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Fall Maddie McCann : Am liebsten wollen sie alles vergessen

Nach dem Verschwinden von Maddie kamen deutlich weniger Touristen nach Praia da Luz. Bild: AFP

An der Algarve in Portugal erinnert man sich nur höchst ungern an Christian B., den neuen Tatverdächtigen im Fall Maddie. Viele Portugiesen haben ihr Urteil schon vor 13 Jahren gefällt.

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          An der portugiesischen Algarve hat die Feriensaison begonnen. Baden ist trotz Corona wieder erlaubt. Doch die Strände sind leer. Auch die Ferienanlage in Praia da Luz, in der die Familie McCann vor 13 Jahren Urlaub machte, ist geschlossen, die Rezeption nicht besetzt. Hinter weißgetünchten Mauern, die von Bougainvillea überwuchert sind, glitzert der Pool. Dahinter liegt das Restaurant, in dem die britischen Eheleute zu Abend aßen, als ihre Tochter verschwand.

          Durch dieses Fenster soll Maddie entführt worden sein.
          Durch dieses Fenster soll Maddie entführt worden sein. : Bild: Leonie Feuerbach
          Leonie Feuerbach

          Redakteurin im Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Ihr Apartment liegt im Erdgeschoss eines Hauses außerhalb der Anlage. Das Fenster zum Parkplatz, durch das die dreijährige Madeleine wohl entführt wurde, ist heute vergittert. An allen anderen Apartments sind Schilder angebracht – nur das von Apartment 5a wurde entfernt. Die Anlage, die 2007 noch „Ocean Club“ hieß, nennt sich nun „Garden Club“. In Praia da Luz wollen sie am liebsten alles vergessen, was mit dem 3. Mai 2007 zu tun hat. Seit dem Tag, an dem Maddie McCann verschwand, hat sich in dem ehemaligen Fischerdorf mit 3500 Einwohnern und einem Vielfachen an Saisontouristen alles verändert: Über Praia da Luz („Strand des Lichts“) liegt seither ein dunkler Schatten.

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