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Methadon-Tod eines Mädchens : Revision im Chantal-Prozess

  • Aktualisiert am

Chantals Pflegemutter im Dezember 2014 vor Gericht Bild: dpa

Die Pflegeeltern von Chantal wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, weil das Mädchen in ihrer Obhut an einer Überdosis Methadon starb. Doch weder die Anklage noch die Verteidigung sind mit dem Urteil zufrieden. Beide Seiten legen Revision ein.

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          Das Urteil des Hamburger Landgerichts gegen die Pflegeeltern der elfjährigen Chantal wird vorerst nicht rechtskräftig. Das Mädchen war an einer Methadon-Vergiftung gestorben. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, wie eine Sprecherin der Anklagebehörde am Dienstag sagte.

          Auch die Verteidigung will das Urteil anfechten. „Die wichtigste Zeugin wurde nicht gehört“, sagte der Anwalt des 54 Jahre alten Pflegevaters, Udo Jacob. Dabei gehe es zwar um ein Kind, das die Aussage verweigert habe. Bei dieser Entscheidung habe die Enkelin der Pflegeeltern aber keinen Rechtsbeistand gehabt.

          Chantal war Anfang 2012 nach der Einnahme einer Methadon-Tablette gestorben. Nach Darstellung des Gerichts hatten die drogensüchtigen Pflegeeltern die Heroin-Ersatzdroge nicht sicher in der Wohnung verwahrt. Es verurteilte den Pflegevater am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Haft auf Bewährung, die vier Jahre jüngere Pflegemutter zu acht Monaten auf Bewährung.

          Die Staatsanwaltschaft hatte für den Vater zweieinhalb Jahre Haft und für die Mutter eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gefordert. Die Verteidiger hatten auf Freispruch plädiert.

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