https://www.faz.net/-gum-otj4

Fall Brian Jones : „Ich habe das mit Brian getan“

  • Aktualisiert am

Opfer eines Bauarbeiters? Brian Jones (1969) Bild: dpa/dpaweb

Der Mörder ist immer der Gärtner? Reinhard Meys gesungene Weisheit stimmt offenbar nicht ganz. Der Mörder kann auch der Bauarbeiter sein. Jedenfalls im Fall des früheren Stones-Gitarristen Brian Jones.

          1 Min.

          Jetzt, nach all den Jahren, soll alles doch ganz anders gewesen sein. Und selbst das Geständnis ist schon elf Jahre alt. Der Bauarbeiter Frank Thorogood hätte 1993 als unbescholtener Mann sterben können, doch irgendetwas hat ihn gedrängt, einen Mord zuzugeben. Einen Mord, den die Welt seit mehr als drei Jahrzehnten für einen tragischen Unfall hielt. Ein Unfall, der ein großes Talent aus dem Leben riß.

          Stimmt das alles, was der britische Journalist Stephen Woolley in einem Film, den er in dieser Woche während des Filmfestivals in Cannes vorstellte, berichtet, so ist der 1969 gestorbene Rolling-Stones-Gitarrist Brian Jones seinerzeit nicht verunglückt, sondern ermordet worden. Täter soll eben jener Frank Thorogood gewesen sein, der 1993 einem Krebsleiden erlag, so heißt es in Woolleys Film. Und wieso kommt der Mann erst nach so vielen Jahren raus mit der Sprache? Nun, nach Erkenntnissen der Zeitung „The Times“ hat er zehn Jahre recherchiert, bis er seinen Film „rund“ hatte. So berichtet das Blatt am Dienstag.

          Geständnis auf dem Sterbebett

          Thorogood, der Bauarbeiter, sagt wiederum Wolley in seinem Film, soll auf dem Sterbebett gesagt haben: „Ich habe das mit Brian getan. Mir ist einfach der Geduldsfaden gerissen.“ Die beiden sollen wegen der Kosten für Umbauten in Jones' Anwesen bei London Streit miteinander bekommen haben. Der für seine Exzesse berüchtigte und als unbeherrscht geltende Musiker war in der Nacht vom 3. zum 4. Juli 1969 tot aus dem Swimmingpool seines Landsitzes geborgen worden.

          Die bisherige Version gemäß den Ermittlungen: Der 27jährige war nachts unter Drogeneinfluß in den Pool gesprungen und an einem Asthmaanfall gestorben. Zumindest deutete seinerzeit alles darauf hin, richtig bewiesen wurde die Sache aber nie. Scotland Yard versetzt die Neuigkeit um Jones' Tod nicht in hektische Betriebsamkeit, dennoch zeigt die Behörde Interesse. Falls der Film Neues bringe, wolle man die Ermittlungen eventuell noch einmal aufnehmen, ließ man die „Times“ wissen.

          Brian Jones war in den Anfangsjahren der Rolling Stones neben Sänger Mick Jagger das Idol für Millionen von Fans. Wenige Wochen vor seinem Tod trennten sich jedoch die Wege. Je nach Lesart wurde der begabte Gitarrist entweder aus der Band geworfen oder kehrte ihr selbst den Rücken. Die Antwort auf diese Frage konnte Frank Thorogood nicht geben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          IBMs Quantencomputer „System Q“ ist auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas zu sehen.

          Quantencomputer : Die nächste Revolution

          Quantencomputer können Verschlüsselungen knacken, neue Batterien entdecken und an Finanzmärkten Geld verdienen. Und das sind nur die Möglichkeiten, die bisher bekannt sind.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.