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Europaweiter Betrug : Verhaftung im Pferdefleischskandal

Bild: dpa

Der Festgenommene war auf der Flucht vor der Polizei und hatte sich nach Spanien abgesetzt. Ihm wird vorgeworfen Pferdefleisch europaweit als Rindfleisch deklariert und verkauft zu haben.

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          Die spanische Polizei hat in der Nähe von Alicante einen Niederländer festgenommen, der der Organisator eines europaweiten Betrugs mit Pferdefleisch sein soll. Die französische Polizei hatte nach dem 68 Jahre alte Mann gesucht, gegen den ein Haftbefehl vorliegt. Er war in Paris im Frühjahr zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, weil er 538 Tonnen Fleisch verkauft hatte: Er und seine Komplizen hatten es als Rindfleisch ausgegeben, obwohl es Pferdefleisch enthielt. Es wurde in den Jahren 2012 und 2013 unter anderem zu Lasagne, Moussaka und Chili con Carne verarbeitet und in ganz Europa vertrieben – auch in Deutschland.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Der Festgenommene war nach Spanien entkommen, wo er offenbar seine kriminellen Aktivitäten fortsetzte. Gegen ihn wird nach Informationen der Zeitung „El País“ wegen des Verdachts ermittelt, Pferdefleisch, das nicht für den Konsum geeignet und möglicherweise sogar gesundheitsschädlich gewesen sei, vor allem nach Belgien und Italien exportiert zu haben. Zum ersten Mal war der Niederländer 2009 in seinem Heimatland zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er hatte Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft, das angeblich den rituellen islamischen Vorschriften entsprach. Der Oberste Strafgerichtshof in Madrid muss nun über seine Auslieferung nach Frankreich entscheiden.

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