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Wegen Mordes verurteilt: Danny Lee auf einem Bild von 1997 Bild: AP

In Amerika : Erste Hinrichtung auf Bundesebene seit 17 Jahren ausgesetzt

  • Aktualisiert am

Während viele amerikanische Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003 keine Hinrichtung mehr gegeben. Wegen der Corona-Krise bleibt das vorerst so.

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          Die bevorstehende erste Hinrichtung in den Vereinigten Staaten auf Bundesebene seit 17 Jahren ist vorläufig ausgesetzt worden. Ein Gericht gab den Angehörigen der Opfer eines zum Tode verurteilten Mörders am Freitag Recht, nachdem sie um einen Aufschub wegen der Corona-Krise gebeten hatten. Sie argumentierten, dass sie bei der Exekution anwesend sein wollten, dies aber wegen der Gefahr der Ansteckung mit dem Coronavirus ein zu großes Risiko darstellte. In den vergangenen Monaten hatten es in amerikanischen Gefängnissen besonders viele Erkrankungen mit Covid-19 gegeben.

          Während viele Bundesstaaten die Todesstrafe vollstrecken, hat es auf Bundesebene seit 2003, also etwa 17 Jahren, keine Hinrichtung mehr gegeben. Die Todesstrafe wurde seitdem zwar weiter verhängt, aber nicht vollstreckt. Fälle, in denen Straftäter von Bundesgerichten zum Tode verurteilt wurden, liegen in der Hand der Bundesregierung. Justizminister William Barr drang zuletzt drauf, die Hinrichtungen auszuführen. Zuletzt hatte das Oberste Gericht den Weg für die Wiederaufnahme nach einem Streit um die Exekutionsmethode geebnet.

          In den vergangenen Jahren haben mehrere Bundesstaaten die Todesstrafe abgeschafft oder deren Vollstreckung ausgesetzt. Nach Angaben des Death Penalty Information Centers gibt es diese Höchststrafe inzwischen in etwa 20 der 50 amerikanischen Staaten nicht mehr. Im März 2019 setzte auch Kalifornien – der Bundesstaat mit der größten Zahl von Häftlingen in Todestrakten – die Todesstrafe per Dekret aus.

          Anm. der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, die Angehörigen des Verteilten hätten den Aufschub erbeten. Tatsächlich waren es die Angehörigen der Opfer. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

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