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Kieler Schulen : Erpressung mit vergiftetem Marzipan

In Kiel räumte die Polizei am Freitag drei Schulen, weil ein mutmaßlicher Erpresser mit vergiftetem Marzipan gedroht hatte. Bild: dpa

Aufregung an Kieler Schulen: Sie werden geräumt, weil ein mutmaßlicher Erpresser Drohungen ausgesprochen hat. Zuvor waren an einer Schule vergiftete Marzipanherzen ausgelegt worden. Die Erpressung richtet sich gegen die Coop-Kette.

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          In Kiel gibt es einen ungewöhnlichen Fall von Erpressung. Zunächst war auf dem Hof einer Grundschule in der Stadt eine Kiste mit Marzipanherzen gefunden worden. Zugleich ging bei der Schule eine E-Mail mit einer Warnung ein, es lägen vergiftete Lebensmittel auf dem Schulgelände. Tatsächlich zeigte sich bei der Untersuchung der Marzipanherzen, dass sie eine Substanz enthielten, welche die Gesundheit gefährden könnte, allerdings nicht lebensgefährlich ist.

          Frank Pergande

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Nähere Angaben machte das Landeskriminalamt (LKA) dazu nicht, aus ermittlungstaktischen Gründen, wie es hieß, da es um Täterwissen gehe. Am Freitag gingen Warnungen gegen drei weitere Schulen in Kiel ein. „Es gibt Bedrohungsszenarien gegen drei Kieler Schulen“, sagte ein Polizeisprecher. „Wir nehmen das ernst.“ Die Schulen wurden gesperrt, der Unterricht fiel aus. Schule für Schule wurde durchsucht. Unter anderem waren dabei Sprengstoffhunde im Einsatz. Zwar wurden verdächtige Gegenstände gefunden, die sich aber nach Angaben des Kampfmittelräumdienstes als ungefährlich erwiesen.

          Erpressung gegen Einzelhandelskette Coop

          Unterdessen wurde bekannt, dass es sich um einen außergewöhnlichen Fall von Erpressung handelt. Bei dem erpressten Unternehmen handelt es sich eigenen Angaben um die Einzelhandelskette Coop. Unbekannte drohten damit, weiterhin manipulierte Lebensmittel rund um Kieler Schulen zu verteilen, teilte Coop am Freitag mit. Das Unternehmen habe umgehend entsprechende Maßnahmen eingeleitet und stehe in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden.

          In den E-Mails an die Schulen soll es sinngemäß geheißen haben, es würden Kinder sterben, wenn nicht gezahlt werde. Eine Sprecherin des LKA nannte den Fall „nicht typisch“. Angaben über die Höhe der geforderten Geldsumme gab es nicht. Die Behörden warnten vor dem Verzehr aufgefundener Lebensmittel. Am Montag soll der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden.

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