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SEK-Einsatz in Salzgitter : Polizei erschießt Mann und findet weitere Leiche

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht vor einem Mehrfamilienhaus in Salzgitter, das von der Polizei gestürmt wurde. Bild: dpa

Weil der Mann Beamte in seiner Wohnung bedrohte, kamen Spezialkräfte zum Einsatz. Wie die F.A.Z. aus Ermittlerkreisen erfuhr, war der Getötete bereits polizeibekannt. Bei der anschließenden Durchsuchung wurde ein weiterer Toter gefunden.

          In Salzgitter haben die Beamten eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) am Donnerstagabend einen 28 Jahre alten Mann erschossen. Einige Stunden später fanden sie in dessen Wohnung die Leiche eines weiteren Mannes. Wie die F.A.Z. aus Behördenkreisen erfuhr, hat der Fall keinen terroristischen oder extremistischen Hintergrund, sondern spielte sich vermutlich unter deutschen Staatsbürgern im Drogenmilieu der niedersächsischen Stadt ab. Beide Männer waren Deutsche.

          Reinhard Bingener

          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Am Donnerstagnachmittag war bei der Polizei zunächst ein Notruf eingegangen. Ein Einwohner aus dem Stadtteil Fredenberg erklärte, dass sich ein Bekannter in seiner Wohnung im Hans-Böckler-Ring befinde und ärztliche Hilfe benötige. Die eintreffenden Beamten wurden von diesem Mann bedroht und sahen sich laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Braunschweig nicht in der Lage, die Wohnung ohne Eigengefährdung wieder zu verlassen. Sie forderten das SEK an. Aus Behördenkreisen heißt es, der Mann habe im Verlauf des Polizeieinsatzes gesagt, dass er einen Menschen getötet habe und im Besitz von Handgranaten sei. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der Mann die Polizisten auch „mit einem waffenähnlichen Gegenstand“ bedroht haben und unterließ dies trotz Warnschüssen nicht. Die Einsatzkräfte hätten darauf auf den Mann geschossen, der trotz medizinischer Versorgung kurz später starb. Die Obduktion ergab am Freitagnachmittag, dass das Rückenmark des Mannes durchtrennt wurde, vermutlich von einem Projektil aus einer Neun-Millimeter-Kurzwaffe, das in seinem Körper gefunden wurde. Der Getötete war bereits polizeibekannt und gehörte der Drogenszene an.

          Nach dem Einsatz wurde am Donnerstagabend unter hohen Vorsichtsmaßnahmen die Wohnung des Getöteten in der nahen Einsteinstraße durchsucht. Wegen seiner Äußerungen über die Handgranaten mussten die Nachbarn ihre Wohnungen verlassen, und es kamen Entschärfer des Landeskriminalamts zum Einsatz. In der Wohnung wurden keine Handgranaten gefunden. Die Beamten entdeckten vielmehr den Leichnam eines weiteren Mannes. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig teilte am Freitagabend mit, dass es sich bei dem Toten um einen Bekannten des bei dem Polizeieinsatz getöteten Mannes handelte, der bereits seit mehreren Tagen tot gewesen sei.

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