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Ermittlungen im Fall Maddie : Neue Verdachtsfälle zu Christian B.

Zeugen gesucht: In diesem haus in Lagos soll Christian B. eine Zeit lang gelebt haben. Bild: EPA

Im belgischen Brügge prüfen die Behörden, ob ein weiterer Mordfall in Zusammenhang mit Christian B. steht. Auch der Fall des 1996 verschwundenen René aus Elsdorf wird geprüft. Parallelen zum Fall Maddie scheinen auf der Hand zu liegen.

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          Die Staatsanwaltschaft Brügge prüft, ob ein weiterer Mordfall in Zusammenhang mit Christian B. steht, der des Mordes an Madeleine McCann verdächtigt wird. Laut der Nachrichtenagentur Belga geht es um die 16 Jahre alte Carola Titze aus Vechta, die im Juli 1996 im belgischen Badeort De Haan ermordet wurde. Die Ermittlungen wurden 2016 ergebnislos eingestellt.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Carola Titze hatte mit ihren Eltern Urlaub gemacht. Am 5. Juli brach sie zu einem Spaziergang in den Dünen auf, von dem sie nicht zurückkehrte. Sechs Tage später durchkämmten belgische Marinesoldaten die Gegend und fanden ihren Leichnam, nur 200 Meter von der Feriensiedlung entfernt, in der die Familie wohnte. Nach Angaben der Ermittler war das Mädchen vergewaltigt worden, ihr Körper wies Gewaltspuren auf.

          Die Ermittlungen konzentrierten sich auf einen 17 bis 19 Jahre alten Mann, der Carola Titze am Abend vor ihrem Verschwinden in einer Diskothek angesprochen haben soll. Augenzeugen beschrieben ihn als etwa 1,80 Meter groß, schlank, mit braunen Haaren und einem kurzen Kinnbart. Der Mann habe mit „ostdeutschem Akzent“ gesprochen. Die Suche nach ihm verlief jedoch ergebnislos.

          Christian B., der 1976 geboren wurde, weist Ähnlichkeiten mit einem Phantombild des Gesuchten auf. 1994 war er unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs eines Mädchens in Würzburg zu einer Jugendstrafe verurteilt worden. Die belgischen Ermittler prüften auch, ob der Mord in Zusammenhang mit zwei belgischen Sexualstraftätern stand: Marc Dutroux und Ronald Janssen. Dafür gab es jedoch keine Hinweise; fremde Blutspuren am Leichnam des Mädchens stammten nicht von diesen Männern.

          René verschwand 1996 an der Algarve

          Kurz vor dem Mord an Carola Titze war am 21. Juni 1996 der sechs Jahre alte René Hasee aus Elsdorf bei Köln an der portugiesischen Algarve verschwunden – und das nur etwa 40 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem elf Jahre später Madeleine McCann aus dem Hotelzimmer ihrer Eltern verschwand. Auch in diesem Fall prüft das Bundeskriminalamt nun, ob ein Bezug zu B. besteht, der sich von 1995 an immer wieder an der Algarve aufgehalten haben soll.

          Parallelen zum Fall Maddie scheinen auf der Hand zu liegen. Der Junge hatte sich am Abend des 21. Juni 1996 mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten zunächst in einem Restaurant aufgehalten. Bei einem anschließenden Spaziergang am Strand verlor das Paar das Kind für einen kurzen Moment aus dem Blick. Ermittler hatten später angenommen, René sei vermutlich ertrunken. Dabei soll ein Gutachter damals festgestellt haben, dass ein tödlicher Badeunfall wegen der Strömungsverhältnisse an dem Strandabschnitt zum Zeitpunkt des Verschwindens von René eher unwahrscheinlich sei.

          Der Leichnam des Jungen wurde nie gefunden. Dass René noch am Leben sein könnte, glaube er nicht, sagte sein leiblicher Vater nun dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Doch erhoffe er sich durch die wiederaufgenommenen Ermittlungen Klarheit, sagte Andreas Hasee.

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