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Kindesmissbrauch aufdecken : Auf jedem Bild kann das Grauen sein

Die Polizei durchsuchte Anfang Juli im Zusammenhang mit dem hundertfachen Missbrauch abermals den Campingplatz in Lügde. Bild: dpa

Bei der Jagd auf Pädokriminelle müssen Polizisten täglich Tausende von Fotos und Filmen sichten. Was sie sich tagtäglich ansehen müssen, ist kaum zu beschreiben – doch jedes gerettete Kind zählt.

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          Der Weg zum Grauen ohne Ende führt in den vierten Stock des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. „Sicherheitsbereich“, steht auf einer schweren Glastür, Dezernat 43, Sachgebiet 43.2. Strengstens verboten sind: private Mobiltelefone und Speichermedien jeglicher Art. „Nicht einmal der LKA-Chef könnte hier so einfach rein“, sagt Dezernatsleiter Sven Schneider und zieht einen Sicherheitschip über einen Empfänger. Erst dann öffnet sich der Zugang zur „Zentralen Auswertungs- und Sammelstelle Kinderpornographie“. In einem Großraumbüro mit Tischreihen voller Monitore sind Patric Schönenberg und zwei Kolleginnen damit befasst, neue Bilder von sexuellem Missbrauch an Kindern auszuwerten. Was sie sich tagtäglich ansehen müssen, ist kaum zu beschreiben.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Besonders schwer zu ertragen sind Videos mit Tonspur, auf denen Kinder vor Schmerzen schreien. Trotzdem schauen und hören sich die Auswerter solche entsetzlichen Sequenzen mehrfach an, in der Hoffnung, im Hintergrund irgendetwas ausfindig zu machen, das Aufschluss über Tatort und Tatzeit geben könnte. Eine am Rand herumliegende Tageszeitung, irgendein Satzfetzen aus einem Fernseher oder einem Radio.

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