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Nach Vergewaltigungsvorwürfen : Ermittlungen gegen Kachelmanns Ex-Geliebte eingestellt

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2016 hat das Oberlandesgericht Frankfurt Kachelmann Schadenersatz zu gesprochen. Bild: dpa

Die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann muss sich nicht wegen schwerer Freiheitsberaubung vor Gericht verantworten. Der Wettermoderator saß 2010 mehrere Monate in Untersuchungshaft, weil sie ihm wahrheitswidrig Vergewaltigung vorgeworfen hatte.

          Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat die Ermittlungen gegen eine frühere Partnerin des Wettermoderators Jörg Kachelmann eingestellt. Ein hinreichender Tatverdacht könne nicht begründet werden, teilte die Behörde am Freitag mit. In dem Verfahren ging es um die Frage, ob sich die Ex-Geliebte der schweren Freiheitsberaubung schuldig gemacht haben könnte.

          Kachelmann war im März 2010 aufgrund einer Aussage der Frau wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung verhaftet worden. Bis Juli 2010 saß er deshalb in Untersuchungshaft. 2011 wurde der Wettermoderator vom Landgericht Mannheim freigesprochen. Im September 2016 sprach das Frankfurter Oberlandesgericht Kachelmann in einem Zivilverfahren Schadenersatz von seiner Ex-Geliebten zu, weil sie ihn „vorsätzlich, wahrheitswidrig der Vergewaltigung“ bezichtigt habe. Dadurch habe sie die Verhaftung Kachelmanns erreicht und mittelbar eine Freiheitsberaubung begangen, urteilten die Richter damals.

          Kachelmann kritisierte die Entscheidung

          Aufgrund dieses Urteils prüfte die Staatsanwaltschaft Mannheim den Anfangsverdacht der schweren Freiheitsberaubung und leitete schließlich ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau ein. Die Behörde teilte nun zur Einstellung der Ermittlungen mit, in einer etwaigen Gerichtsverhandlung sei nicht mit überwiegender Wahrscheinlichkeit mit einer Verurteilung der Ex-Geliebten zu rechnen. Die Gutachten zu dem Fall aus verschiedenen Prozessen ergäben kein einheitliches Bild, die bisher ergangenen Urteile ließen keine „ohne weiteres tragfähigen Schlüsse“ über den ursprünglichen Hergang des Geschehens zu.

          Kachelmann kritisierte die Entscheidung der Staatsanwälte. „Die Staatsanwaltschaft Mannheim behält ihre Linie bei, lieber Unschuldige zu verfolgen und dafür eine bereits rechtskräftig verurteilte Lügnerin und Falschbeschuldigerin zu verschonen“, schrieb der Wettermoderator auf Twitter.

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