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Erfurter Amoklauf : Mitwisser nicht ausgeschlossen

  • Aktualisiert am

Thüringens Justizminister leitet neue Ermittlungen ein Bild: dpa

Hat Robert Steinhäuser jemandem in sein Vorhaben eingeweiht? Die Hinweise auf einen Mitwisser beim Erfurter Schulmassaker scheinen sich zu verdichten. Ein neues Ermittlungsverfahren läuft.

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          Knapp zwei Jahre nach dem Amoklauf in einem Erfurter Gymnasium leitet die Staatsanwaltschaft ein neues Ermittlungsverfahren ein. Das teilte Thüringens Justizminister Karl-Heinz Gasser bei der Vorstellung des Abschlußberichtes der Untersuchungskommission des Erfurter Schulmassakers am Donnerstag mit.

          Auf was sich der Verdacht genau richte, wollte Gasser nicht sagen. „Es sind Spuren, die potentiell auf etwas Gefährliches hindeuten könnten“, so der Minister. Hierbei könne es sich um einen Mitwisser handeln. Möglicherweise habe Robert Steinhäuser jemandem von seinem Plan erzählt. Am 26. April hatte der 19jährige Robert Steinhäuser im Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen und sich selbst erschossen.

          Schwachstellen bei den Einsatzkräften

          Zugleich ergab die unabhängige Untersuchung des Amoklaufs durch die Kommission Schwächen bei der Kommunikation zwischen den Einsatzkräften. Das Gremium stellte sich aber hinter die Entscheidungen von Polizei und Sondereinsatzkommando zum Ablauf und zum Durchkämmen der Schule Raum für Raum. Die Einsatzkräfte hätten vor einer völlig unübersichtlichen Lage gestanden und noch nicht gewußt, ob es einen zweiten Täter gibt.

          Auch die für die Erteilung des Waffenscheins zuständigen Stellen und die Schuldirektion haben sich laut der Untersuchung nicht ordnungsgemäß verhalten.

          Buch mit schweren Vorwürfen

          Die Untersuchung war zu Beginn des Jahres veranlaßt worden, nachdem die Autorin Ines Geipel in ihrem Buch „Für heute reicht's. Amok in Erfurt“ schwere Vorwürfe gegen Polizei, Rettungskräfte und Landesregierung erhoben hatte. Unter anderem kritisierte sie in dem Buch, daß bei einem besser koordinierten Einsatz mehrere der Opfer noch am Leben sein könnten.

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