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Erfurt : Ein Jahr nach dem Massaker

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Die Schule wird saniert, aber Narben blieben Bild: AP

Erfurt gedenkt am 26. April der 16 Opfer des Massakers am Gutenberg-Gymnasium vor einem Jahr. FAZ.NET hat aktuelle sowie Texte aus dem vergangenen Jahr für Sie zusammengestellt.

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          Erfurt gedenkt am 26. April der 16 Opfer des Massakers am Gutenberg-Gymnasium vor einem Jahr.

          „Trauer und Entsetzen sind gegenwärtig“, sagt der Erfurter Oberbürgermeister Manfred Ruge (CDU). Kaum ein Ereignis habe die Stadt in ihrer Geschichte so erschüttert, wie die Bluttat an der Schule. Trotz vieler Initiativen seit dem Schreckenstag, als ein 19-jähriger Ex-Schüler Lehrer, Schüler und einen Polizisten erschoss und sich danach selbst tötete, stehe die Stadt erst am Anfang der Aufarbeitung der Geschehnisse.

          FAZ.NET hat anlässlich des Jahrestages ein Paket zusammengestellt. Darin finden sich aktuelle Texte aus Erfurt, die sich mit der Verarbeitung, den bleibenden Schäden und den politisch umgesetzten Reaktionen befassen. Zusätzlich finden Sie ausgewählte Texte zu den Geschehnissen des vergangenen Jahres. Dazu gehören natürlich die Debatte um schärfere Waffengesetze und das Computerspiel Counterstrike ebenso wie die Nachrichten, die 2002 Erfurt, Deutschland und die Welt erschütterten.

          Buch über den Amoklauf

          In Berlin stellte das Archiv der Jugendkulturen das Buch der „Der Amoklauf von Erfurt“ vor, das der Fassungslosigkeit Fakten gegenüberstellen will. Das Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Audiovisuelle Medienwissenschaft der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam entstand, geht vor allem der Wirkung von Medien nach. Neben Betroffenen aus Erfurt kommen Medienwissenschaftler, ein Bildungsexperte und Kriminalpsychologen zu Wort.

          Ein Jahr nach dem Amoklauf registrierte die Thüringer Polizei 16 so genannte Resonanztaten als Reaktion auf das Massaker am Gutenberg-Gymnasium. Insgesamt ging die Gewalt an den Schulen aber glücklicherweise zurück.

          Nach dem Amoklauf gab es eine Welle von Solidarität, die sich in 725.000 Euro Spenden niederschlug. Vorwiegend wurden die Spenden für die Angehörigen der 16 Ermordeten zur Linderung von Notlagen und als Ausbildungsbeihilfen für die Kinder eingesetzt. Auch Musiker und Sportvereine beteiligten sich und sammelten bei Benefizkonzerten und -spielen Geld für die Betroffenen. Die größte Einzelspende kam vom Popsänger Elton John aus einem Konzert in Erfurt mit rund 170.000 Euro.

          Gedenkfeiern am Jahrestag

          Geplant am Jahrestag des Verbrechens am Samstag, den 26. April, eine Gedenkveranstaltung auf dem Erfurter Domplatz, wo am 3. Mai vor einem Jahr Zehntausende um die Opfer trauerten. An der Schule, die derzeit mit rund zehn Millionen Euro vom Bund umgebaut wird, werden Kränze für die Ermordeten niedergelegt. Eine Ausstellung zeigt Zeugnisse der weltweiten Anteilnahme und Hilfsbereitschaft. Bereits am Freitag wird sich eine wissenschaftliche Tagung mit Konsequenzen aus dem Schulmassaker beschäftigten. Themen sind Traumabewältigung, Bildungspolitik und die Verantwortung der Medien.

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