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Millionen-Lösegeld : Fünfjährige Freiheitsstrafe für Entführer von Reeder

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Urteil in Aurich: Fünf Jahre und einen Monat muss der Angeklagte wegen erpresserischen Menschenraubes im Gefängnis absitzen. Bild: dpa

Ein Reeder wird von mehreren Männern entführt und nur gegen ein Lösegeld in Höhe von einer Million Euro wieder freigelassen. Über zwei Jahre später ist nun das Urteil über einen der Angeklagten gefallen.

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          Nach der Entführung eines Reeders im ostfriesischen Leer im April 2016 hat das Landgericht Aurich nun einen weiteren Angeklagten verurteilt. Der 35 Jahre alte Mann muss wegen erpresserischen Menschenraubs eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und einem Monat verbüßen. Das Verfahren sei nach Zeugenvernehmungen bereits nach einem Tag beendet, sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag. In zwei früheren Prozessen hatte das Gericht schon zuvor fünf Angeklagte verurteilt.

          Der Reeder war im April 2016 auf dem Weg zur Arbeit bei einer fingierten Polizeikontrolle von mehreren Männern entführt worden. Der Fall hatte wegen der Beteiligung einer damals 90 Jahre alten Frau für Aufsehen gesorgt. Auf ihr Konto war zunächst das geforderte Lösegeld in Höhe von einer Million Euro eingegangen. Die Bank buchte die Summe aber wieder zurück, so dass die Täter leer ausgingen. Das Opfer blieb unverletzt.

          Hintergrund der Tat waren Geldforderungen eines früheren Geschäftspartners, dem Sohn der Rentnerin. Dieser Mann galt als Drahtzieher der Tat, wegen seines schlechten Gesundheitszustands kam er aber nicht mehr vor Gericht. Inzwischen ist er gestorben, das Verfahren wurde eingestellt.

          Im ersten Prozess hatte das Landgericht Aurich im Februar 2017 vier Angeklagte zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren sowie sechs Jahren und vier Monaten verurteilt. Die zweijährige Bewährungsstrafe bekam damals die zur Tatzeit 90-Jährige wegen Beihilfe zu der Entführung. Im vergangenen Sommer wurde gegen einen weiteren Mittäter dann eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verhängt. Der jetzt Angeklagte saß seit Ende Februar in Untersuchungshaft. Er hatte sich damals in Begleitung seines Anwalts bei der Polizei in Leer gestellt.

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