https://www.faz.net/-gum-9imc3

Eltern in Wisconsin getötet : Entführung von Mädchen war lange geplant

  • Aktualisiert am

Ein Pressekonferenz im Oktober, nachdem das Mädchen verschwunden war. Bild: AP

Ihre Eltern waren erschossen worden, das Mädchen war drei Monate lang verschwunden. Der Verdächtige soll es bei der Entführung von Jayme Closs gezielt auf sie abgesehen haben.

          Im Fall des nach fast drei Monaten wieder aufgetauchten 13-jährigen Mädchens in den Vereinigten Staaten hat die Polizei weitere Details zu ihrer Entführung und der Ermordung ihrer Eltern bekanntgegeben. Der 21-jährige Tatverdächtige habe die Entführung von Jayme Closs von langer Hand geplant und es ursprünglich gezielt auf das Mädchen abgesehen, sagte der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Barron, Chris Fitzgerald, am Freitag (Ortszeit). Die Hintergründe der Tat seien jedoch weiterhin unklar.

          Die Eltern von Jayme Closs waren im Oktober erschossen im Haus der Familie rund 120 Kilometer nordöstlich von Minneapolis aufgefunden worden. Das Mädchen wurde seither vermisst. Am Donnerstag sprach die 13-Jährige dann im Dorf Gordon nahe des Lake Superior (Oberer See) eine Einwohnerin an. Sie war aus einer Hütte in einer Waldgegend entkommen, in der sie der 21-jährige Jake Thomas Patterson gefangen gehalten haben soll.

          Patterson, der am Freitag festgenommen worden war, habe die Tat sorgfältig geplant, sagte Fitzgerald. Demnach habe sich der 21-Jährige die Haare wegrasiert, um nicht erkannt zu werden. Bei der Durchsuchung der Wohnung des 21-Jährigen wurden den Angaben zufolge mehrere Waffen gefunden. Darunter sei auch die mutmaßliche Tatwaffe gewesen, mit der Patterson die Eltern von Jayme Closs erschossen haben soll.

          Offen sei weiterhin, warum der 21-Jährige die Familie Closs für die Tat ausgewählt hatte. Der junge Mann habe zwar vor knapp drei Jahren in derselben Fleischfabrik wie die Eltern von Jayme Closs gearbeitet, allerdings nur einen Tag lang. Es gebe keinen Hinweis, dass er in der Fabrik mit den Eltern Kontakt hatte. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte der Verdächtige vor der Tat niemals mit der Familie zu tun.

          Blick auf das Haus, in dem das vermisste Mädchen mit ihren Eltern wohnte.

          Der 13-Jährigen gehe es gut, „soweit es die Umstände erlauben“, sagte Fitzgerald. Sie könne das Krankenhaus verlassen und habe bereits mit den Ermittlern gesprochen. Ob der Täter Jayme Closs während der Entführung etwas angetan hatte, blieb offen. Das Mädchen wird nun zu Verwandten gebracht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Streit über Seehofer-Vorstoß : „Jede dritte Abschiebung ist gescheitert“

          Im Koalitionsstreit über den Vorschlag, Abschiebehäftlinge in normalen Gefängnissen unterzubringen, stellen sich Unionspolitiker hinter den Innenminister. Ausreisepflichtige Ausländer seien oft nicht auffindbar, sagte Innenpolitiker Schuster der F.A.Z. Doch die SPD hat Bedenken.

          Brexit-Debakel : Jetzt wird der Brexit lästig

          Nach der Chaos-Woche in London steht die britische Regierung jetzt endgültig im Regen. Doch politisch sind viele Akteure Lichtjahre voneinander entfernt. Wie lange noch?

          Tech-Konferenz DLD : Die Vermessung des Webs

          Mit der Seite im Bild fing alles an. Vor nur knapp 30 Jahren gab es nur einen Server und eine Website. Heute verbindet das Internet die halbe Welt. Wir machen die Entwicklung des Netzes erlebbar.
          Kommt der Aufschnitt bald nicht mehr von echten Tieren, sondern aus dem Labor?

          Tech-Konferenz DLD : 190 Dollar für 100 Gramm Wurst

          Wie kann die wachsende Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden? Eine vielversprechende Idee ist Fleischersatz aus dem Labor. Doch noch ist das ziemlich teuer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.