https://www.faz.net/-gum-9u24s

Großrazzia in Berlin : Eine Tonne illegaler Shisha-Tabak

Beschlagnahmter Shisha-Tabak: das Ergebnis einer Razzia in Offenbach nur einen Monat zuvor. Bild: Stadt Offenbach/georg-foto.de  

Der jährliche Schaden durch unversteuerten Wasserpfeifentabak ist hoch. In Berlin ist es Polizei und Zollfahndern mit einem Großaufgebot gelungen, Ware im Wert von mehr als einer Million Euro sicherzustellen.

          1 Min.

          Mit einer Großrazzia sind Polizei und Zollfahnder in Berlin gegen den illegalen Handel mit Shisha-Tabak vorgegangen. Dabei konnten sie 1,1 Tonnen unversteuerten Wasserpfeifentabak sicherstellen. Ein illegales Vertriebsnetz konnte so stillgelegt werden. Die Gruppierung habe aus fünf Personen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren bestanden, die neben zwei legalen Ladengeschäften mit einem angeschlossenen Internethandel eine illegale Vertriebsschiene mit selbst produziertem Shisha-Tabak aufgebaut hatten.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Eine der Produktionsstätten wurde in einem Keller in Kreuzberg geschlossen. Dort sei unter „katastrophalen hygienischen Bedingungen“ der Tabak produziert worden. Mit der beschlagnahmten Menge hätte nach Einschätzung der Polizei ein Reingewinn von mehr als einer Million Euro erzielt werden können. Zusammen mit einer schon im Vorfeld ermittelten Menge von 1,9 Tonnen sei ein Steuerschaden von 70.000 Euro entstanden.

          Insgesamt hatten am Dienstag 274 Beamte 13 Objekte durchsucht – Shisha-Bars, Wohnungen und Lager. Dabei wurden auch mehr als 80.000 Euro in bar, drei hochwertige Fahrzeuge und neun Luxusuhren beschlagnahmt, teilten Polizei, Staatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg mit.

          Bei einem Beschuldigten sei zudem Falschgeld sichergestellt worden. Die „Gemeinsame Ermittlungsgruppe Zigaretten“ des Zollfahndungsamts und des Landeskriminalamts war den Verdächtigen seit Dezember 2018 auf der Spur gewesen. In den Jahren 2014 bis 2017 machte der Steuerschaden durch unversteuerten Wasserpfeifentabak 130 Millionen Euro und damit ein Viertel des Gesamtschadens durch illegalen Tabakhandel aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Patient im Intensivzimmer eines bayerischen Krankenhauses.

          Coronavirus : Krankenhäuser reduzieren Betten für Covid-Erkrankte

          Nur noch zehn Prozent der Intensivbetten werden künftig freigehalten: Ärzte befürchten bei einer zweiten Welle Engpässe in der Pflege. Der Präsident der Bundesärztekammer warnt davor, auf die Quotenregelung ganz zu verzichten.
          Dunkle Wolken über Mehrfamilienhäusern aus der Gründerzeit im Prenzlauer Berg (Archivbild)

          Immobilienmarkt : Der Mietendeckel verschärft Berlins Wohnungsnot

          In Berlin können Mieter bald verlangen, die Miete auf eine gesetzlich vorgegebene Grenze zu senken. Schon jetzt wirkt sich das umstrittene Instrument zur Preisdämpfung massiv auf den Wohnungsmarkt aus. Selbst die Genossen sind verärgert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.