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Vitrinen zerschlagen : Berliner Luxus-Kaufhaus KaDeWe wird wieder zum Ziel von Einbrechern

  • Aktualisiert am

Ein Seiteneingang des KaDeWes ist nach dem Einbruch am Samstagmorgen geschlossen. Bild: dpa

Abermals haben Kriminelle im Kaufhaus des Westens zugeschlagen. Die unbekannten Täter sind mit Beute auf der Flucht. Ihr Fluchtauto haben sie vermutlich in Brand gesteckt.

          Gut zwei Jahre nach dem spektakulären Schmuckraub im Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) sind Unbekannte dort eingebrochen – wieder an einem Samstag, aber diesmal vor Ladenöffnung. Die Täter seien am Morgen gegen 7.00 Uhr maskiert in das Erdgeschoss eingedrungen und hätten hochwertigen Schmuck und Uhren gestohlen, teilte die Polizei am Samstag mit. Demnach sollen sie mehrere Vitrinen eingeschlagen haben.

          Mit der Beute flüchteten sie in einem dunklen Auto. Dieses zündeten sie später wahrscheinlich an: Etwa eine halbe Stunde nach der Tat am Samstagmorgen sei in Berlin-Schöneberg ein brennendes Auto festgestellt worden, bei dem es sich vermutlich um den Fluchtwagen handle, teilte die Polizei mit. Die Polizei bat Zeugen des Einbruchs, sich zu melden.

          Medienberichte, wonach die Täter den gleichen Juwelier bestahlen wie die Schmuckräuber im Dezember 2014, bestätigte die Polizei nicht. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem Abteilungen mit teurem Schmuck. Nach Angeben der Polizei waren mehrere Geschäfte von dem Einbruch betroffen.

          Mitarbeiter der Spurensicherung der Berliner Polizei untersuchen am Samstag die Tür des Seiteneingangs.

          Das Kaufhaus öffnete mit Verspätung dennoch am Samstagvormittag. Ein Seiteneingang war am Vormittag abgesperrt, die Rollläden heruntergelassen. Ein Teil des Erdgeschosses war mit Flatterband abgesperrt, Polizisten waren am Vormittag noch mit der Spurensicherung beschäftigt.

          Immer wieder Überfälle auf dem Kudamm

          Das KaDeWe und die Geschäfte entlang der Einkaufsmeilen Kudamm und Tauentzienstraße werden immer wieder beraubt und bestohlen. Am 31. Oktober vergangenen Jahres etwa brachen Unbekannte in das Karstadt-Kaufhaus ein, brachen Vitrinen auf und stahlen Schmuck. Zwei Monate zuvor überfielen zwei Männer einen Juwelier mit einer Axt und raubten Schmuck. Im Juni brachen am Kudamm Maskierte mit einem Auto und einem Rammbock in ein Luxusuhrengeschäft ein und erbeuteten Uhren im Verkaufswert von acht Millionen Euro. Im März vergangenen Jahres scheiterten mehrere Männer bei dem Versuch, einen Geldtransporter neben dem KaDeWe zu überfallen.

          Am 20. Dezember 2014 – einem Samstagvormittag – waren fünf Räuber während des laufenden Vorweihnachtsgeschäfts ins geöffnete KaDeWe gestürmt. Sie waren maskiert und mit Axt, Hammer sowie Machete bewaffnet, zertrümmerten Vitrinen und erbeuteten binnen 79 Sekunden Uhren und Schmuck im Wert von rund 817.000 Euro. 13 Menschen wurden verletzt, weil die Täter Reizgas versprühten. Von der Beute ist bis heute nur ein einziges Stück aufgetaucht – ein Collier.

          Ein 45 Jahre alter Mann muss sich seit November 2016 als einer der fünf mutmaßlichen Räuber vor Gericht verantworten. Zwei seiner Söhne waren kurz zuvor wegen Beteiligung an dem KaDeWe-Raub zu Haftstrafen von drei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Ein dritter Sohn wurde im Mai 2016 zu sechs Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

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