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Guinea : Ebola-Aufklärungsteam von Dorfbewohnern ermordet

  • Aktualisiert am

In Schutzanzügen: Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Guinea. Bild: AFP

In Guinea ist ein Ebola-Aufklärungsteam aus Ärzten und Regierungsmitarbeitern von Bewohnern eines Dorfes angegriffen und getötet worden. In Teilen der Bevölkerung wird die Existenz von Ebola weiterhin in Frage gestellt.

          Ein Aufklärungsteam, das Bewohner in Guinea über Ebola aufklären sollte, ist offenbar getötet worden. Insgesamt acht Leichen seien aus der Sickergrube eines Dorfes nahe der Stadt Nzerekore im Süden Guineas gezogen worden, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend in der Hauptstadt Conakry. Er sprach von „kaltblütigem Mord“. Die Täter sind vermutlich Bewohner des Dorfes. Auch drei Journalisten, die die Delegation begleitet hatten, seien getötet worden. Sie hatten berichtet, von den Dorfbewohnern angegriffen und mit Steinen beworfen worden zu sein, bevor der Kontakt zu ihnen abbrach.

          Die Delegation war im Rahmen einer Aufklärungskampagne in der Region um Womey unterwegs, um die Menschen über die Gefahren durch das Virus zu informieren. In vielen Teilen Westafrikas glaubt die Bevölkerung nach wie vor nicht an die Existenz der Seuche. Vor allem Ärzten und Gesundheitsbehörden stehen die Bürger skeptisch gegenüber, weil sie lieber auf traditionelle Heiler vertrauen. Die genauen Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Jedoch weigern sich die Dorfbewohner derzeit offenbar noch, den Behörden die Leichen der Delegation zu übergeben. Zudem würden drei Vertreter noch in dem Ort festgehalten, sagte ein Augenzeuge. Zu der Gruppe gehörten ein örtlicher Gouverneur, mehrere Direktoren und Manager von Gesundheitszentren und Krankenhäusern sowie drei Journalisten.

          Die Bewohner machen Ärzte und Politiker mitverantwortlich für die Epidemie. Dem Gesundheitsminister des Landes, Remy Lamah, war es jüngst beim Versuch, in den Ort zu reisen, nicht gelungen, die Straßensperren zu überwinden. Ärzte waren wiederholt angegriffen und vertrieben worden.

          Im Nachbarland Sierra Leone begann unterdessen eine auf drei Tage angelegte Ausgangssperre. Bis zum Sonntag sollen Bewohner in ihren Häusern bleiben, unter anderem, um Gesundheitspersonal die Erfassung aller Infizierten zu ermöglichen. Bewohner hatten nach Berichten von Korrespondenten vor Ort am Donnerstag Läden gestürmt, um ausreichend Lebensmittelvorräte anzulegen. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ kritisierte die Ausgangssperre. Mit ihr werde das Vertrauen zwischen Ärzten und Patienten zerstört, sagte eine Sprecherin. Erkrankte würden in den Untergrund getrieben, was zu einer weitere Ausbreitung der Seuche führe.

          Neben Guinea und Sierra Leone ist auch Liberia stark von der Ebola-Epidemie betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Donnerstag sind bislang mehr als 5.300 Ebola-Fälle und über 2.600 Tote registriert worden. WHO-Chefin Margaret Chan warnte jedoch, die tatsächlichen Zahlen seien deutlich höher.

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