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Duisburg : Polizeiaktionen nach Mafia-Morden

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Vor dem Lokal „Da Bruno” Bild: dpa

Nach den Duisburger Mafiamorden sind Wohnungen durchsucht und Personen überprüft worden. Mehrere Menschen werden festgehalten und verhört. Von Festnahmen wollte die Polizei aber nicht sprechen.

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          Die Polizei hat nach den Mafiamorden in Duisburg am Freitag in mehreren Städten Wohnungen durchsucht und Personen überprüft. Ein Sprecher der Polizei Duisburg sprach von einer großangelegten Aktion, an der auch Spezialkommandos beteiligt seien. Mehrere Menschen würden festgehalten und verhört. Von Festnahmen wollte die Polizei aber nicht sprechen. Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den Festgehaltenen nicht um die mutmaßlichen Täter, von denen auch die Polizei annimmt, dass sie längst über alle Berge seien. Vielmehr soll es darum gegangen sein, nähere Einzelheiten zu erfahren und weitere Umstände der Tat abzuklären.

          Die Polizei schlug in Kaarst bei Düsseldorf und anderen Orten in Nordrhein-Westfalen und im übrigen Bundesgebiet zu, Einzelheiten wurden nicht genannt. Augenzeugenberichten zufolge waren die Ermittler auch in Mönchengladbach in Einsatz.

          Tat war ein Racheakt

          In Duisburg waren Mitte vergangener Woche sechs Männer vor einem italienischen Restaurant erschossen worden. Sie waren der Polizei zufolge Mitglieder der Mafia-Organisation 'Ndrangheta, die auch in Duisburg gut etabliert sein soll. Zwei Clans der 'Ndrangheta bekämpfen sich im süditalienischen San Luca bereits seit sechzehn Jahren. Nach Angaben des italienischen Innenministers Giuliano Amato war die Tat in Duisburg wohl ein Racheakt für einen Mord in der kalabrischen Mafia-Hochburg.

          Duisburg : Beisetzung nach Mafia-Morden

          Der Einsatz der Ermittler habe am frühen Freitagmorgen begonnen, sagte ein Polizeisprecher. Es seien auch Gegenstände sichergestellt worden. Die Aktion dauerte am frühen Nachmittag noch an. Die Polizei begleitete auch die Beisetzung eines der Opfer auf dem Friedhof von Mülheim. Bei diesem handelt es sich um einen 18-jährigen Italiener, der als einziger nicht zu dem Familienclan der anderen Getöteten aus Kalabrien gehört.

          Auf offener Straße hingerichtet

          Die Tat am Mittwoch vergangener Woche hatte in Deutschland und Italien Entsetzen ausgelöst. Die Männer im Alter zwischen 16 und 38 Jahren waren vor dem Restaurant „Da Bruno“ auf offener Straße hingerichtet worden. Die Schüsse fielen im Anschluss an eine Geburtstagsfeier des 18-Jährigen, der in dem Lokal eine Ausbildung absolvierte.

          Die italienische Polizei hatte erklärt, alle Toten stammten aus Kalabrien. Sie seien Mitglied eines Clans, der in San Luca mit einer anderen Mafia-Zelle um Einfluss kämpfe. Vier der Toten wohnten der deutschen Polizei zufolge im Ruhrgebiet, zwei weitere seien erst kürzlich aus Italien gekommen. Einige seien miteinander verwandt. In Kalabrien bekämpfen sich seit Jahren zwei Mafia-Clans der 'Ndrangheta. Der Konflikt spitzte sich in jüngster Zeit zu. Seit 1991 wurden fünfzehn Menschen getötet.

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