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Drogenhändler im Görlitzer Park : Mehr Staat, weniger Dealer

  • -Aktualisiert am

Vorbild Niederlande? Die Bürgermeisterin strebt eine andere Lösung an. Bild: dpa

Die Grünen wollen den Cannabisverkauf im Görlitzer Park regeln, um den immer aggressiver auftretenden Dealern Einhalt zu gebieten. Das ist nicht das einzige Problem.

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          In Kreuzberg-Friedrichshain soll geprüft werden, ob eine Ausgabestelle für Haschisch die Situation im Görlitzer Park entspannen kann. Hier stellen in der Bezirksverordnetenversammlung die Grünen die stärkste Fraktion und die Bürgermeisterin. Im Görlitzer Park verkaufen Drogenhändler äußerst aggressiv ihre Ware. In der Drucksache DS/0807/IV heißt es unter „Betr.: Coffeeshop am Görlitzer Park“: Das Bezirksamt solle mit Fachleuten prüfen, ob „eine kontrollierte Abgabe von Cannabisprodukten in lizenzierten Abgabestellen am Görlitzer Park“ den negativen Auswirkungen „der Prohibition und des dadurch entstehenden Schwarzmarkts“ entgegenwirken könne. In Portugal und den Niederlanden, wo der Gebrauch von Cannabis entkriminalisiert wurde, sei die Zahl der Konsumenten gesunken, heißt es in dem Antrag. Bis Ende Oktober soll über ihn entschieden werden.

          Die neue Bürgermeisterin, Monika Herrmann, hatte zu Beginn ihrer Amtszeit im August ausgerechnet in einer Boulevardzeitung erklärt, sie habe „nachts im Görli Angst“. Die „taz“ konterte mit der Gustaf-Gründgens-Erkenntnis, wonach die Nacht nicht allein zum Schlafen da ist, und titelte: „Dunkle Ecken gehören zur Großstadt.“ Dass die Kreuzberger Politik wegen des leutseligen Laissez-faire gegenüber den genehmen Minderheiten Kosten hat, wird in der Berliner Presse ausgiebig beschrieben: In der Gerhart-Hauptmann-Schule, die seit dem Winter von Flüchtlingen „besetzt“ ist, herrschen unsägliche hygienische Verhältnisse bei stetig wachsender Überbelegung. Ähnlich sieht es auf dem Oranienplatz aus, auf dem seit Monaten afrikanische junge Männer ein „Refugee-Camp“ unterhalten. Das Camp publiziert zwar politische Maximalforderungen, bietet aber seinen Teilnehmern - Flüchtlingen mit unterschiedlichen Aussichten auf Aufnahme in Europa - keine praktische Perspektive. Arbeit und Geld gibt es für viele im Görlitzer Park - beim Verkauf von Drogen. Die Polizei konnte dieses Jahr selbst mit Dutzenden Razzien die Dealerszene nur kurzfristig verdrängen, aber nicht dauerhaft aus dem Park vertreiben.

          Der Kreuzberger Coffeeshop-Idee stehen Vertreter der angrenzenden Bezirke, deren Parks längst auch Verkaufsflächen für Drogendealer sind, etwa Neukölln und Mitte, äußerst skeptisch gegenüber. Bürgermeisterin Herrmann ist mit dem Namen nicht zufrieden: Sie strebt nicht die frühere holländische Lösung, sondern etwas anderes an: Cannabis solle vom Staat angebaut und kontrolliert vertrieben werden. Ebenso viel Ratlosigkeit in der Politik produzieren die Flüchtlinge in der Schule und auf dem Oranienplatz. Dass die Polizei eingesetzt wird, um die Leute zu vertreiben, nimmt niemand an - jedenfalls nicht vor der Bundestagswahl.

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