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Drogenfund in Mexiko : Militär stellt 134 Tonnen Marihuana sicher

  • Aktualisiert am

Die mexikanische Polizei hat rund 10.000 Päckchen Marihuana sichergestellt Bild: dapd

15.300 Päckchen Marihuana im Wert von mehr als 240 Millionen Euro: Für das mexikanische Militär ist es der Rekordfund seit vielen Jahren. Nach einem Feuergefecht wurden elf Verdächtige festgenommen.

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          In ihrem Kampf gegen die Drogenkartelle ist den mexikanischen Behörden der größte Rauschmittelfund seit Jahren gelungen. Soldaten und Polizisten beschlagnahmten in Tijuana an der Grenze zu den Vereinigten Staaten 134 Tonnen Marihuana und nahmen elf Verdächtige fest, wie die Armee mitteilte. In Ciudad Juárez, das ebenfalls an der Grenze zu den Vereinigten Staaten liegt, erschossen Bewaffnete bei einer privaten Feier neun Menschen.

          Die Beschlagnahmung der Drogen folgte auf eine Schießerei zwischen Polizisten der Stadt Tijuana und Drogenschmugglern, die in einem Konvoi aus sieben Fahrzeugen unterwegs waren. Die Armee schickte Soldaten, um die Polizei während der Schießerei zu unterstützen. Elf Verdächtige wurden festgenommen. In einigen der Fahrzeuge wurde ein Teil der Drogen gefunden. Durch Aussagen der Festgenommenen stießen die Sicherheitskräfte dann auf einem Bauernhof, in einem Haus und in einer Wohnung auf die restlichen Drogen.

          Das Marihuana war nach Angaben des Generals Alfonso Duarte in mehr als 15.300 Päckchen aufgeteilt. Auf dem mexikanischen Schwarzmarkt habe es einen Wert von ungefähr 335 Millionen Dollar (rund 240 Millionen Euro), sagte Duarte. In den Vereinigten Staaten, dem mutmaßlichen Bestimmungsort der Päckchen, liege der Wert sogar drei bis vier Mal so hoch. Welches der mexikanischen Drogenkartelle an dem vereitelten Geschäft beteiligt war, sagte Duarte nicht.

          Elf Verdächtige wurden festgenommen

          Tunnel nach Kalifornien

          Lange nicht mehr hatten die mexikanischen Behörden eine so große Menge illegaler Rauschmittel auf einmal gefunden. In den vergangenen drei Jahren beschlagnahmten sie im Bundesstaat Baja California, in dem Tijuana liegt, insgesamt 130 Tonnen Marihuana.

          Sicherheitskräfte entdeckten zudem dutzende Tunnel, durch die Drogen unter der Grenze hindurch nach Kalifornien geschmuggelt werden sollten. In dem westlichen amerikanischen Bundesstaat stimmen die Bürger am 2. November darüber ab, ob der Anbau, der Transport und der Verkauf von Marihuana für den gelegentlichen Konsum legalisiert werden sollen.

          In der Grenzstadt Ciudad Juárez stürmten Bewaffnete am Sonntagabend eine private Feier und töteten neun Menschen. Die Opfer seien von Kugeln durchsiebt worden, teilte die Polizei am Montag (Ortszeit) mit. Unter den Toten seien mindestens sechs Mitglieder derselben Familie. In Mexiko liefern sich Drogenkartelle bittere Kämpfe um die Vorherrschaft auf dem lukrativen Rauschgiftmarkt. Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Drogenhandel im Dezember 2006 starben mehr als 28.000 Menschen. Die Regierung setzt im Kampf gegen die Drogenbanden zur Unterstützung der Polizei mehr als 50.000 Soldaten ein.

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