https://www.faz.net/-gum-7ldkx

Drogenfund bei Aldi : Kokain-Bananen sollten nach England

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter des LKA Berlin präsentieren die beschlagnahmten Bananenkisten. Bild: dpa

Mindestens sechs Millionen Euro war das Kokain wert, das Aldi-Mitarbeiter in Bananenkisten in Berlin fanden. Nun steht fest: Eigentlich sollte die Ladung nach England. Doch das Wetter vermieste wohl den Schmuggel.

          1 Min.

          Es war der größte Kokainfund seit fast 15 Jahren: Gut 130 Kilogramm entdeckten Mitarbeiter von Aldi Anfang Januar in Bananenkisten aus Kolumbien. Nun haben die Ermittler herausgefunden, wohin die Drogen im Wert von rund sechs Millionen Euro eigentlich verschifft werden sollten: nach Rotterdam und womöglich weiter nach England.

          Dies bestätigte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung Tagesspiegel.  Dem Bericht zufolge hat hat die Rekonstruktion ergeben, dass das Containerschiff „Maersk Niteroi“ aus Kolumbien kam und unter anderem die besagte Ladung von 1150 Bananenkisten an Bord hatte.

          Ziel sei eigentlich Großbritannien gewesen, offenbar über Rotterdam in den Niederlanden. Weil das Wetter auf dem Atlantik zu schlecht war, lief das Schiff jedoch zu spät in Rotterdam ein.

          Eine erste chemische Untersuchung ergab laut Polizei einen Wirkstoffgehalt von 55 Prozent Kokainhydrochlorid.

          Wegen dieser Verspätung wollte der niederländische Zwischenhändler die Bananen nicht mehr haben. Die Ladung wurde deshalb nach Hamburg gefahren, auf Paletten verladen und an den Fruchthof Beusselstraße in Berlin-Moabit verkauft.

          „Wir gehen von einem logistischen Fehler der Täter aus“, hatte ein Polizeisprecher bereits kurz nach dem überraschenden Fund bei Aldi gesagt. Die Menge sei zu groß, um profitabel auf einen Schlag in Berlin vermarktet zu werden. Wahrscheinlich sei es den Schmugglern nicht gelungen, die Bananenkisten unbemerkt aus dem Container zu entfernen.

          Ob die Drogenschmuggler im Hafen von Rotterdam oder erst in England auf die Ware warteten, sei aber noch unklar, sagte ein Sprecher der Polizei nun dem Tagesspiegel. In Ermittlerkreisen wird der Zeitung zufolge jedoch vermutet, dass Rotterdam am wahrscheinlichsten sei, da jede weitere Station ein höheres Risiko der Aufdeckung in sich berge.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wada-Ermittler Younger: „Uns ging es nicht darum, Russland zu diffamieren, sondern die Wahrheit herauszufinden.“

          Wada-Chefermittler Younger : „Die Russen löschten im großen Stil“

          Günter Younger, Doping-Ermittler der Wada, hat mit seinem Team Manipulationen durch russische Behörden bewiesen. Im Interview spricht er über Ermittlungsmethoden und russische Athleten, Trainer und Offizielle, die Doping „satt hatten“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.