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Drogenboss Carlos Lehder : Ungesühnte Verbrechen

Opfer des Medellín-Kartells: Justizminister Rodrigo Lara Bonilla kurz vor seiner Ermordung 1984 Bild: Imago

Carlos Lehder war einer der Bosse des Medellín-Kartells. Nach 33 Jahren in Haft lebt der einstige Drogenbaron jetzt in Deutschland. Opfer fordern neue Ermittlungen.

          5 Min.

          Rodrigo Lara Restrepo war acht Jahre alt, als sein Vater erschossen wurde. Schon seit Monaten hatte der Vater Drohungen erhalten und Hinweise auf konkrete Mordpläne. Rodrigo Lara Bonilla war Justizminister Kolumbiens. Er war gerade einmal neun Monate im Amt. Weil die Macht seiner Feinde aber so groß geworden war, dass er niemandem mehr traute, auch nicht der Polizei und nicht der Armee, hatte er beschlossen, das Land zu verlassen. Er sollte Botschafter in Prag werden. Schon in wenigen Tagen wollte er mit seiner Familie ausreisen. Als Lara Bonilla aber am Abend des 30. April 1984 nach Hause fuhr, näherte sich seinem weißen Mercedes ein Motorrad. Der Sozius zog eine Maschinenpistole und feuerte das Magazin leer.

          David Klaubert
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Der Tag ist für mich bis heute eine traumatische Erinnerung“, sagt Rodrigo Lara Restrepo, der damals vergeblich auf die Heimkehr seines Vaters wartete. „Und bis heute ist das Verbrechen ungesühnt. Ist das nicht paradox? Ausgerechnet der Mord an einem Justizminister.“

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