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Drogenhandel und Waffenbesitz : Razzia gegen Clan-Mitglieder wegen Kokainlieferservice

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Im Rahmen einer Razzia durchsuchen eine Hundertschaft der Polizei Berlin und das LKA seit am Donnerstagmorgen mehrere Objekte in Berlin. Bild: dpa

In Berlin sind am Donnerstagmorgen 200 Polizeibeamte bei einer Großrazzia gegen Clankriminalität im Einsatz gewesen. Einer der Verdächtigen soll einen Taxi-Lieferdienst für Kokain betrieben haben.

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          Bei einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder eines arabischstämmigen Clans hat die Polizei in Berlin vier Kilogramm Kokain und eine scharfe Schusswaffe gefunden. Verdächtig sind ein Mann, sein Bruder und seine beiden Söhne, die laut Staatsanwaltschaft zu einer libanesisch-stämmigen Großfamilie gehören. Ihnen wird bandenmäßiger, bewaffneter Drogenhandel vorgeworfen. Sie sollen auch einen „Kokainlieferservice“ betrieben haben, also sogenannte Koks-Taxis, deren Fahrer das Rauschgift auf Bestellung zu Menschen in Wohnungen, Büros, Bars oder Clubs ausliefern.

          Die Polizei durchsuchte am Donnerstagmorgen vier Wohnungen und drei Gebäudekomplexe mit Büros in verschiedenen Stadtbezirken. 200 Polizisten waren seit 6.00 Uhr im Einsatz, darunter mindestens ein Spezialeinsatzkommando (SEK) und Experten vom Landeskriminalamt für den Bereich der organisierten Kriminalität.

          Zu den gefundenen Drogen gehörten auch 120 Gramm „Steinkokain“, wie Oberstaatsanwalt Günter Sohnrey, Leiter der Abteilung Organisierte Drogenkriminalität, in einem bei Twitter veröffentlichten Video sagte. Als „Steine“ werden Stücke der Droge Crack bezeichnet. Dabei handelt es sich um chemisch bearbeitetes Kokain, das man rauchen kann. Die Ermittlungen dauerten an. Ob die Staatsanwaltschaft Haftbefehle beantragt, stand am Donnerstagmittag noch nicht fest.

          Kriminelle Mitglieder bestimmter arabischstämmiger Großfamilien waren in den vergangenen Jahren wegen diverser Straftaten verurteilt worden. Dazu gehörten Drogendelikte, Raubüberfälle auf Schmuckabteilungen etwa im Luxuskaufhaus KaDeWe sowie spektakuläre Einbrüche in das Bode-Museum mit dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze und in eine Sparkasse. Ein Clan steht auch wegen der vorläufigen Beschlagnahme von 77 Häusern und Wohnungen im Wert von neun Millionen Euro im Sommer 2018 im Fokus der Öffentlichkeit. Im November 2018 hatte der Berliner Senat einen Fünf-Punkte-Plan gegen die kriminellen Aktivitäten einiger Clans beschlossen.

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