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Ein U-Boot voll mit Kokain: Die spanische Polizei stellte das U-Boot vor der galicischen Küste sicher. Bild: AFP

Drei Tonnen Rauschgift : Spanier finden Kokain in U-Boot

Erstmals ist es Ermittlern gelungen, ein U-Boot mit Kokain vor der europäischen Küste zu stoppen: Drei Tonnen Kokain wurden sichergestellt. Der Wert wird auf rund hundert Millionen Euro geschätzt.

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          Der Verdacht besteht schon länger. Doch erst jetzt gingen den Ermittlern zum ersten Mal vor der europäischen Küste ein „Narcosubmarino“ ins Netz. An Bord eines gut zwanzig Meter langen Unterseeboots aus Fiberglas fand die spanische Polizei drei Tonnen Kokain in mehr als 150 kleinen Päckchen. Der Wert wird auf rund hundert Millionen Euro geschätzt. Nach Angaben der Zollbehörden hatten die drei Besatzungsmitglieder ihr Boot vor der galicischen Küste in der Provinz Pontevedra versenkt.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Ein Polizeiaufgebot von mehr als 200 Beamten hatte dort am Wochenende darauf gewartet, um bei der Übergabe des Rauschgifts an ein anderes Schiff zuzuschlagen. Diese Aktion schlug jedoch offenbar fehl. Die Besatzung versenkte das Boot und versuchte schwimmend zu entkommen. Die Polizei nahm zwei Ecuadorianer fest, eine dritte Person ist auf der Flucht; das Boot wurde mittlerweile vom Meeresboden geholt.

          Die Herkunft der Besatzung könnte ein Hinweis darauf sein, dass sie die 8000 Kilometer lange Strecke von Lateinamerika bis vor Galicien zurückgelegt haben. In Südamerika setzen Rauschgiftschmuggler schon seit längerer Zeit U-Boote ein, um ihre Ware über Mexiko in die Vereinigten Staaten zu bringen. Die Werften werden in Flussmündungen in Dschungelgebieten in Surinam und Guyana vermutet.

          Spanische Behörden greifen härter durch

          Spanische Zeitungen zitierten Polizeiquellen, nach denen der Bau solcher Unterseeboote bis zu 1,5 Millionen Euro kosten kann. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sie die Strecke mehrmals zurücklegen. Laut Experten gibt es weltweit mehrere hundert solcher U-Boote, die auch schon im Pazifik gesichtet wurden. Sie fahren demnach aus eigener Kraft oder werden von Schiffen geschleppt. Erfahrene Fischer stellen oft ihre Besatzung.

          In den neunziger Jahren war über die galicische Küste ein großer Teil des Kokains aus Kolumbien nach Europa gelangt. Seit die spanischen Behörden härter durchgreifen, suchten die einheimischen Familien, die einen großen Teil des Rauschgifthandels dominieren, nach neuen Wegen.

          Schon längere Zeit war die Rede davon, dass sie möglicherweise kleinere U-Boote vor der Küste einsetzen, die sie dann versenken. Doch bisher gab es dafür keinen Beweis. Am vergangenen Wochenende zahlte sich dann die Zusammenarbeit mit Ermittlern aus Brasilien, den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Portugal aus – auch wenn es nicht gelang, bei der Übergabe den Schmugglerring zu zerschlagen. Durch die Untersuchung des gehobenen U-Boots und die Vernehmung der Besatzungsmitglieder erhofft man sich nun neue Aufschlüsse über diese Schmuggelroute.

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