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DNA-Analyse : Wieder einmal ist ein Jack the Ripper entlarvt

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Ein britischer „Ripperologe“ behauptet die Identität des wohl bekanntesten Serienmörder zu kennen. Der Verdacht fällt jetzt auf den polnischen Einwanderer Aaron Kosminski. Wahrscheinlich bleibt er nicht der letzte echte „Jack the Ripper“.

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          „Jack the Ripper“, der unbekannte Londoner Serienmörder, über dessen Identität seit fast 130 Jahren gerätselt wird, soll ein arbeitsloser Friseur aus dem russischen Zarenreich gewesen sein, der vor den Pogromen in Polen ins Londoner East End flüchtete. Der geistesgestörte Aaron Kosminski, der unweit der Tatorte von Jack the Ripper lebte, bis er in eine Irrenanstalt verbracht wurde, gehörte von Anfang an zu den Männern, die des grausamen Mordes an fünf Prostituierten im Jahr 1888 verdächtigt wurden.

          Gina Thomas

          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Der britische „Ripperologe“ Russell Edwards glaubt nun mit Hilfe von DNA-Analysen beweisen zu können, dass Kosminski der Gesuchte ist. Vor sieben Jahren hatte Edwards einen Schal ersteigert, den ein Polizist an einem Tatort gefunden haben soll. Der Schal lag demnach neben dem Leichnam von Catherine Eddowes, dem vierten Opfer des „Rippers“. Edwards begab sich auf die genealogische Spurensuche nach Nachkommen der Prostituierten und ihrem möglichen Täter. Proben ihrer DNA ließ er dann mit den DNA-Proben vergleichen, die der Molekularbiologe Jari Louhelainen von der Liverpool John Moores Universität den Blut- und Sperma-Flecken auf dem Schal entnehmen konnte.

          Einer von vielen Verdächtigen

          Die Blutprobe des Opfers stimmt demnach mit der durch die weibliche Linie vererbten mitochondrialen DNA einer Urururenkelin von Catherine Eddowes überein, die Spermaprobe mit dem Erbgut einer direkten Nachfahrin Kosminskis. Darüber hinaus legt die Untersuchung des Schals nahe, dass er aus Russland stammt und er damit, wie bereits vermutet, nicht der Prostituierten, sondern dem mutmaßlichen Täter gehörte. Es sei unwahrscheinlich, dass die verarmte Catherine Eddowes ein Objekt dieser Qualität besessen habe.

          Russell Edwards ist sich sicher, dass der Fall damit gelöst ist, wie er auch in seinem nun erscheinenden Buch „Naming Jack the Ripper“ als jüngstem Beitrag zur voluminösen „Ripper“-Literatur darlegt. Diese Behauptung aber haben in den vergangenen 126Jahren schon zahlreiche „Ripperologen“ aufgestellt und mit Überzeugung unter anderem folgende Personen zum Täter erklärt: Premierminister William Gladstone, Maler William Sickert, Prinz Albert Victor, (ein Enkel Königin Viktorias) und Lewis Carroll, den Schöpfer von „Alice im Wunderland“.

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