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Dillenburg : Kuh Verona ist als „Mörderin“ überführt

Die Kuh Verona im September 2011 Bild: dpa

Vor zwei Jahren hat eine entlaufene Kuh eine 57 Jahre alte Frau attackiert und getötet. Die Besitzerin des Tieres wurde jetzt vom Amtsgericht Dillenburg der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen.

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          Gewissheit brachte am Ende eine Gen-Spur auf der Kleidung der Toten: Es war Verona, bestätigte ein Gutachter vor dem Landgericht Dillenburg. Damit beendete er die Diskussion, ob es nicht auch ein Bulle, ein Hirsch, ein Pferd oder eine andere Kuh als Verona gewesen sein könnte. Die Fachleute waren zuvor uneins gewesen und vermochten nicht zu entscheiden, wer oder was eine 57 Jahre alte Frau attackiert und getötet hatte, als sie im August vor zwei Jahren mit ihrem Hund bei Greifenstein spazieren ging. Die Frau wurde mit Knochenbrüchen und inneren Verletzungen tot auf einer Wiese gefunden.

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Das Amtsgericht in Dillenburg sah es nun als erwiesen an, dass Verona die Täterin ist, und sprach ihre Besitzerin der fahrlässigen Tötung schuldig. Die Geldstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt - das ist in so einem Fall die mildeste Strafe, die möglich ist, und wurde so auch von der Staatsanwaltschaft gefordert. Als Auflage muss die Bäuerin aber eine Geldbuße von 2000 Euro zahlen.

          Der Vertreter der Nebenklage hatte auf eine höhere Strafe plädiert, ohne dabei allerdings konkret zu werden. Er warf der Bäuerin vor, in den Tagen vor dem Unglück nicht ernsthaft versucht zu haben, das entlaufene Tier wieder einzufangen. Die 60 Jahre alte Agraringenieurin selbst äußerte dagegen die Ansicht, viel unternommen zu haben, um das Tier zu fangen, sagte aber, dass dies kaum möglich gewesen sei. Verona sei keine wilde, aggressive Kuh gewesen. „Es war einfach nicht davon auszugehen, dass sie in irgendeiner Form jemandem Schaden zufügt.“ Das Gericht war am Ende der Meinung, die Bäuerin hätte mehr tun können, um Verona wieder hinter einen Zaun zu bringen.

          Verona war bei einem Herdentrieb entlaufen und brachte kurz darauf ein Kalb zur Welt. Tagelang lief das Tier im Lahn-Dill-Kreis in Freiheit herum. Ihr Mutterinstinkt soll sie zum Angriff getrieben haben, sie wollte wohl ihr Kalb schützen. Mörderin und Kalb leben mittlerweile auf einem Gnadenhof.

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