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An dessen 150. Geburtstag : Diebe stehlen Gandhis Asche

  • -Aktualisiert am

Mahatma Gandhi im Jahr 1946 in Indien Bild: AFP

Ausgerechnet am Tag der Geburtstagsfeierlichkeiten Mahatma Gandhis haben Diebe die Asche des indischen Freiheitskämpfers aus einer Gedenkstätte gestohlen. Schmierereien auf einem Plakat könnten erste Hinweise geben.

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          Während in Indien am Mittwoch abertausende Menschen den 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi prachtvoll feierten, haben bislang unbekannte Diebe Teile der sterblichen Überresten des indischen Freiheitskämpfers gestohlen. Das berichtete der englische Nachrichtensender BBC mit Berufung auf die indischen Polizei. Die Asche sei aus einer Gedenkstätte in Rewa, im Bundesstaat Madhya Pradesh, entwendet worden, wo sie seit 1948 aufbewahrt wurde – dem Jahr der Ermordung Gandhis durch einen hinduistischen Extremisten.

          Zusätzlich sollen die Diebe in grüner Farbe „Verräter“ über das an der Gedenkstätte angebrachte Foto gekritzelt haben. Während die meisten Inder Gandhi als „Vater der Nation“ verehren, werfen ihm einige hinduistische Hardliner vor, wegen seines Kampfes für die Gleichstellung von Hindus und Muslimen den hinduistischen Glauben betrogen zu haben. Gandhi selbst war frommer Hindu, las während seiner Studienjahre in London jedoch ebenfalls den Koran und entwickelte in den folgenden Jahren sein Konzept einer hindu-islamischen Geschwisterlichkeit.

          Der Verwalter des Denkmals, in welchem die Asche aufbewahrt worden war, nannte die Tat „beschämend“. „Ich habe das Tor des Denkmals am frühen Morgen geöffnet, weil Gandhi Geburtstag hatte“, sagte er gegenüber der indischen Website The Wire. „Als ich gegen 23 Uhr zurückkam, waren die sterblichen Überreste von Gandhi weg und sein Plakat war beschmiert.“ Nun wird geprüft, ob die Polizei womöglich Zugriff auf die am Denkmal installierten Überwachungskameras bekommt.

          Mohandas Karamchand Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 in Porbandar im westindischen Bundesstaat Gujarat geboren. Als Rechtsanwalt trat er gegen die Rassentrennung in Südafrika und für die indische Unabhängigkeit ein – mit dem Mittel des gewaltfreien Widerstands als auch durch Hungerstreik. Das brachte ihm mehrere Jahre Gefängnishaft ein. Im Januar 1948 würde Gandhi von einem hinduistischen Extremisten ermordet. Nach seinem Tod wurde er eingeäschert, aber nicht entsprechend dem hinduistischen Glauben in einem Fluss verstreut, sondern an verschiedene Gedenkstätten im Land geschickt. Die geschändete Grabstätte in Rewa war eine davon.

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