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Organisierte Kriminalität : Nigerianische Netzwerker

Vorwurf Menschenhandel: Vor dem Landgericht Braunschweig ist eine sogenannte Madame, eine nigerianische Zuhälterin, angeklagt. Bild: dpa

Aktuelle Gerichts- und Ermittlungsverfahren zeigen: Kriminelle aus Nigeria organisieren sich vorwiegend in netzwerkartigen Strukturen. Bei den deutschen Sicherheitsbehörden wächst die Sorge.

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          Vor dem Landgericht Traunstein wurde Saheed A. Anfang des Monats unter anderem wegen Computerbetrugs in 2802 Fällen zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der 50 Jahre alte Nigerianer hatte zuletzt in Neapel gelebt und dort einen lukrativen Handel betrieben: Auf der Darknet-Plattform „Vault Market“ kaufte er, für jeweils 15 Dollar, geklaute Kreditkartendaten. Damit buchte er Tickets der Deutschen Bahn, besonders gern für den Nachtzug von Rom nach München, weshalb die Ermittler der Bundespolizei ihre Operation später „CityNightLine“ nannten. Meist waren es nigerianische Landsleute, die Tickets bei A. bestellten. 35 bis 150 Euro verlangte er für seinen Service. Und bei Bedarf lieferte er auch noch gefälschte italienische Personalausweise mit. Schleusung all inclusive.

          David Klaubert
          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Unter den Kunden Saheed A.s waren auch etliche „Vielbucher“, die mit den Bahntickets junge Frauen aus Italien nach Deutschland brachten. Und die sie anschließend zwangen, die Schleusungskosten als Prostituierte abzuarbeiten. Für die gesamte Reise ab Nigeria verlangten sie Summen zwischen 20.000 und 30.000 Euro. Um das Eintreiben kümmerten sich nigerianische Zuhälterinnen, sogenannte Madames; sie ließen die Frauen unter anderem in Bordellen in Duisburg und im Raum Braunschweig anschaffen. Eine dieser Madames hatte außerdem Kokain und Marihuana im Angebot.

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