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Drohnen bei der Polizei : „Leiser als Hubschrauber“

Neue Multicoptersysteme: „Den Hubschrauber hört man, die Drohne nicht“, so Innenminister Bayerns Joachim Herrmann (CSU). Bild: dpa

Bayern soll durch den Einsatz von Drohnen nun noch sicherer werden. Die bayerische Polizei wird künftig mit zusätzlichen „Multicoptersystemen“ ausgestattet werden.

          „Den Hubschrauber hört man, die Drohne nicht“, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München, als er die Ausstattung der bayerischen Polizei mit zusätzlichen „Multicoptersystemen“ ankündigt. „So ein Gerät kann auch mal eingesetzt werden, ohne dass ein Täter, der beobachtet werden soll, das merkt.“ Bayern solle durch den Einsatz von Drohnen noch sicherer werden, sagt Herrmann, dem man auf dem Balkon der Münchner Bereitschaftspolizei weder die Kälte noch die lange Nacht in Berlin anmerkt, als er minutenlang die Vorzüge der „Multicopter“ preist.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Von Januar an sollen alle bayerischen Polizeidienststellen bei Bedarf die insgesamt bald sechs Drohnen anfordern können. Schon während des G-7-Gipfels in Elmau wurden Drohnen eingesetzt. Eine nun beginnende Pilotphase soll zeigen, wie die Einsätze, bei denen die Polizei „größten Wert auf die Datensicherheit“ legt, noch verbessert werden können.

          Die Möglichkeiten sind vielfältig: Mit Hilfe der hochauflösenden Kameras der Drohnen können Bilder und Videos von Tatorten, Unfällen oder „Gefahrenlagen“ aufgenommen werden. Gefährliche Situationen können demnach mit Hilfe der Bilder bewertet und das Vorgehen der Polizei entsprechend ausgerichtet werden.

          Auch aus einer Entfernung von 1.000 Metern kann man dank der Zoomtechnik nicht nur erkennen, in welche Richtung eine bestimmte Person läuft, sondern auch, wie diese Person aussieht. Drohnen können darüber hinaus Handy-Signale bei der Vermisstensuche orten oder bei Massenveranstaltungen dazu beitragen, Paniksituationen frühzeitig zu erkennen. Sie können außerdem bei taktischen Übungen der Spezialeinheiten das Vorgehen aus der Luft dokumentieren.

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          Während Demonstrationen indes lassen laut Herrmann die strengen Datenschutzbestimmungen den Einsatz nicht zu. Die Nutzung von Drohnen während dieser Versammlungen sei also „vorerst“ nicht geplant. Auch die Möglichkeiten zur Terrorprävention sind begrenzt: So könne man etwa Sprengstoffgürtel mit Hilfe von Drohnen kaum erkennen, wie ein Polizist erläuterte, der dabei auf die Erfahrungen von israelischen Sicherheitskräften verwies. „Sprengsätze werden immer schmaler, so dass man sie auch unter einem T-Shirt tragen kann.“

          Schon jetzt setzt die bayerische Polizei Drohnen ein. Erst am Freitagabend konnte ein kanadischer Bergsteiger, der in Not geraten war, mit Hilfe einer Drohne des bayerischen Landeskriminalamts geortet und gerettet werden. Ein Hubschrauber hatte nichts ausrichten können, da er wegen Nebels nicht fliegen konnte. Das sei nur ein Beispiel dafür, so Herrmann, dass Drohnen die Lücke zwischen „bodengebundenen Einsatzmitteln“ und dem Polizeihubschrauber schließen könnten.

          Doch auch die Gegenseite hat Drohnen für sich entdeckt. Es habe schon einige Versuche gegeben, solche Geräte in Gefängnisse zu schmuggeln. Auch wenn es ihr nicht gelang, die Drohnen zum Landen zu bewegen, rechnet die Polizei damit, dass sie Handys oder Drogen transportierten. Freilich handelte es sich dabei eher um handelsüblichen Fluggeräte, wie sie bald wieder unter dem Weihnachtsbaum liegen werden – um sich zu den rund 400.000 Drohnen zu gesellen, die derzeit in Deutschland privat genutzt werden. Die „Multicopter“ der Polizei sind zum Teil spezielle Anfertigungen und kosten bis zu 40.000 Euro.

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