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„Er liebte sein Land“ : Deutsches El-Paso-Opfer in Mexiko beigesetzt

  • Aktualisiert am

Ein Foto, das den jungen Alexander Hoffman zeigt, steht neben dem aufgebahrten Sarg in seiner Wahlheimat Ciudad Juárez. Bild: dpa

Der 66-jährige Rentner Alexander Hoffman lebte seit 40 Jahren in Mexiko. Er war das einzige europäische Opfer des Attentäters von El Paso. Warum er sich zum Zeitpunkt des Massakers auf der anderen Seite der Grenze befand, kann seine Familie nur vermuten.

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          Der beim Massaker in der amerikanischen Stadt El Paso getötete Deutsche, Alexander Hoffman, hat vor der Gewalttat fast 40 Jahren in Mexiko gelebt. Das sagte seine mexikanische Ehefrau Rosa María Valdez am Rande der Totenwache zu Ehren ihres Mannes am Freitag in der Grenzstadt Ciudad Juárez der Deutschen Presse-Agentur. Der gebürtige Marburger soll dort am Samstag beigesetzt werden.

          Der 66-Jährige hatte nach Angaben seiner Witwe als Wartungsleiter in einem der zahlreichen Montagebetriebe auf mexikanischer Seite entlang der Grenze gearbeitet, in denen Produkte für den amerikanischen Markt gefertigt werden. Inzwischen sei er aber in Rente gewesen. Das Ehepaar hatte sich kennengelernt, als Hoffman als Angehöriger der Luftwaffe nach Mexiko kam, wie Valdez erzählte.

          Im texanischen El Paso, das gegenüber von Ciudad Juárez auf der amerikanischen Seite der Grenze liegt, hatte ein Mann am Samstag vergangener Woche in einem Einkaufszentrum um sich geschossen. Er tötete 22 Menschen, darunter acht Mexikaner. Hoffman war das einzige europäische Todesopfer. Der mutmaßliche Täter – ein 21 Jahre alter, weißer Amerikaner – wollte wohl gezielt Mexikaner töten, wie aus einem am Freitag von amerikanischen Medien veröffentlichten Bericht der örtlichen Polizei hervorgeht.

          Ehefrau und Kinder des in El Paso erschossenen Alexander Hoffman

          Hoffman starb nach Angaben von Valdez durch einen Kopfschuss. Warum er über den Grenzfluss Rio Grande (in Mexiko Río Bravo genannt) in das Einkaufszentrum gefahren war, konnte sie nicht sagen. Laut Hoffmans Sohn Thomas, einem von drei Kindern des Ehepaares, hatte sein Vater ihm wenige Stunden vor seinem Tod geschrieben, dass er eine Reise nach Deutschland plane. „Er liebte sein Land. In seiner Seele war er immer in Deutschland“, betonte Valdez. Hoffman hätte sich wohl gewünscht, in seiner Heimat beigesetzt zu werden, sagte sie. Das könne sich die Familie aber nicht leisten.

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