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Graffiti gegen das Gedenken : Deutscher Soldatenfriedhof in Spanien geschändet

Vor der Verwüstung: Gräber deutscher Soldaten in Spanien auf dem Friedhof in Cuacos de Yuste (Archivbild). Bild: Prisma Bildagentur

In der einzigen deutschen Kriegsgräberstätte in Spanien haben Unbekannte mehrere Gräber geschändet. Einige Kreuze wurden zerstört, andere mit Graffiti versehen: „Weder Nazis mit Auszeichnung, noch Antifaschisten in Gräben“, sprühten die Täter.

          Der Friedhof liegt versteckt hinter einer Steinmauer unter knorrigen Olivenbäumen. Wenige hundert Meter unterhalb des Klosters, in dem Kaiser Karl V. starb, erinnern 180 Kreuze aus schwarzem Granit an die deutschen Soldaten, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg in Spanien gefallen sind.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Doch seit dem Wochenende bietet der Friedhof Cuacos de Yuste ein Bild der Verwüstung. In der einzigen deutschen Kriegsgräberstätte in Spanien, gut 200 Kilometer westlich von Madrid, wurden bis zu zehn Grabsteine beschädigt. Auf einem der Graffiti, die die Täter hinterließen, stand der Satz „Weder Nazis mit Auszeichnung, noch Antifaschisten in Gräben“. Er nimmt Bezug auf ermordete Gegner des Franco-Regimes, von denen einige bis heute in Gräben verscharrt sind.

          Nach Angaben des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist es der erste derartige Vorfall in Spanien. Nach bisherigen Ermittlungen ereignete er sich schon in der Nacht auf den vergangenen Freitag. Im Jahr 2013 habe es Schmierereien gegeben, aber keinen Vandalismus in diesem Ausmaß, teilte der Volksbund am Dienstag mit. Es sei Strafanzeige erstattet worden. Der Schaden belaufe sich auf 6000 bis 10.000 Euro. Für eine künftige Bewachung der Gräber fehle die Infrastruktur.

          Keine Gräber für Mitglieder der „Legion Condor“

          Auf dem Friedhof sind laut dem Volksbund Angehörige von Wehrmacht, Luftwaffe und Marine beigesetzt, aber kein Mitglied der „Legion Condor“, die im spanischen Bürgerkrieg den späteren Diktator Francisco Franco unterstützte. In Spanien gibt es keine Gräber von Mitgliedern der Legion Condor, die 1937 die baskische Stadt Guernica bombardierte – die Gebeine wurden nach Deutschland übergeführt.

          Der Friedhof unweit des Klosters, in dem sich Karl V. zur Ruhe setzte und 1558 starb, ist relativ neu. Er wurde erst 1983 eröffnet, nachdem man dort die sterblichen Überreste der Soldaten – 26 aus dem Ersten Weltkrieg und 154 aus dem Zweiten Weltkrieg – zusammengetragen hatte. Viele der Toten waren an den spanischen Küsten angeschwemmt worden. Von einigen Gefallenen überlebten nur die Namen. Auf den Grabsteinen tragen sie zur Erinnerung den Zusatz „i.m.“ (in memoriam).

          Der Wunsch von Karl V., in Yuste seine letzte Ruhestätte zu finden, ging indes nicht in Erfüllung. Sein Sohn Philipp II. ließ seinen Vater im Kloster El Escorial, der Grablege der Herrscherfamilie, bestatten.

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