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Brandserie in Los Angeles : Deutscher Feuerteufel in 47 Fällen schuldig gesprochen

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Der schuldig gesprochene Harry B. bei Beginn des Prozesses in Los Angeles im Gerichtssaal. Bild: dpa

Für 47 Brandstiftungen hat eine Jury in Los Angeles Harry B. am Donnerstag verurteilt. Dem Deutschen droht eine jahrzehntelange Haftstrafe – doch die Verteidigung will nicht aufgeben und plädiert auf unzurechnungsfähig.

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          Vier Tage lang versetzte der deutsche Harry B. Los Angeles zum Jahreswechsel 2011/2012 mit bis zu 50 Brandanschlägen in Angst und Schrecken. Zwischen Weihnachten und Neujahr brannten ganze Häuser und Garagen aus, vorrangig wurde das Feuer unter Autos gelegt. Verletzt wurde niemand, aber der Schaden wurde damals auf drei Millionen Dollar beziffert.

          Am Donnerstag wurde der Angeklagte nun von einer Jury des Gerichts in Los Angeles für 47 Brandstiftungen schuldig gesprochen, wie die Los Angeles Times berichtete. Harry B droht eine Haftstrafe bis zu 89 Jahren. Mit den gelegten Feuern habe der Deutsche so viele Bewohner wie möglich terrorisieren und verletzen wollen. „Er wollte die gesamte Gesellschaft in Angst versetzen“, teilte Carney der Jury des Gerichts mit. Der verteidigende Anwalt entgegnete, es gebe nicht genügend Beweise dafür, dass Harry B. alle Feuer gelegt habe, für die er beschuldigt wäre. Sechs, möglicherweise sieben Brandstiftungen könne man dem Deutschen nachweisen, sagte Schoenfeld.

          Verteidigung plädiert auf nicht zurechnungsfähig

          Kommenden Dienstag startet eine weitere Verhandlungsrunde. Dann soll die Zurechnungsfähigkeit des Täters festgestellt werden. Diese ist bereits seit der Verhaftung des Brandstifters im Januar 2012 ein Thema. Die Verteidiger von Harry B. plädierten bereits vor Prozessbeginn auf Unzurechnungsfähigkeit: „Falls die Jury ihn schuldig befindet, werde ich versuchen zu beweisen, dass er zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig war“. Carney entgegnete, die Planung und Ausführung der Tat zeige, dass der Mann genau wusste, was er macht und deshalb zurechnungsfähig sein müsse.

          Hintergrund der Taten soll die Auslieferung seiner Mutter gewesen sein, die sich in Deutschland einem Betrugsverfahren zu stellen hatte. „Er war auf Amerika wütend, denn seine Mutter wurde hier in den USA verhaftet und festgehalten, um nach Deutschland ausgeliefert zu werden“, sagte Staatsanwalt Carney beim Auftakt des Prozesses am Montag.

          Prozess immer wieder verzögert 

          Die in Deutschland mehrfach vorbestrafte Dorothee B. war im Dezember 2011 in Los Angeles festgenommen worden. Kurz danach begann die Brandserie. Bei ihren Gerichtsanhörungen war die in Tschetschenien geborene Frau mit wirren Bemerkungen und bizarrem Auftreten aufgefallen. Sie wetterte gegen deutsche und amerikanische Behörden, sprach von Schlägen und Folter bei der Polizei. Die amerikanischen Medien zeichneten das Bild einer Mutter und eines Sohnes, die unter Verfolgungswahn leiden und die ganze Welt gegen sich sehen.

          Der Prozess gegen Harry B. hatte sich immer wieder verzögert. Der 29-Jährige war in Untersuchungshaft an Krebs erkrankt. „Er ist sehr krank“, meinte sein Pflichtverteidiger. Steve Schoenfield spricht nicht nur von Krebs. „Er hat sehr viele psychische Probleme und leidet an Autismus“, sagte der Jurist der Deutschen Presse-Agentur.

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